Anonymous

Im Bikepark, auf Enduro-Touren oder einfach auf dem Parkplatz

Im Herbst sind die Rennen vorbei, das Wetter ist aber noch schön und du möchtest gerne noch draußen auf dem Bike sein? Dann ist das der ideale Zeitpunkt, dich um das wichtige Thema Technik zu kümmern, das während der Saison meist ignoriert wird. Das ist nicht gut, denn auch die Fahrtechnik sollte dauerhaft und regelmäßig trainiert werden, ebenso wie die Ausdauer und alle anderen Fertigkeiten (z.B. Kraft, Koordination, Life-Kinetik etc.).

Jetzt im Herbst ist auf jeden Fall ein guter Zeitpunkt, damit anzufangen. Techniktraining kannst du z.B. gut im Bikepark machen – oder auch auf Enduro-Touren mit vielen Trails. Bergauf kannst du dabei auch gerne mal eine Aufstiegshilfe wie Gondel oder Shuttle in Anspruch nehmen, damit du dich bergab auf die Technik konzentrieren kannst. Höhenmeter bist du während der Saison ja schon ausreichend gefahren… :-)

  

Im Bikepark hat man die Vorteile einer Aufstiegshilfe und vieler Abfahrten und Trails auf engem Raum, um an der Fahrtechnik zu üben. Gut ist es auch, das Hardtail mal gegen ein Enduro-Fully zu tauschen (in vielen Bikeparks kann man welche leihen). Damit hast du es gerade in technischem Gelände leichter, weil du durch den größeren Federweg erst einmal mehr Sicherheit bekommst, wodurch es auch für den Kopf leichter wird. Wenn du dann in der Technik sicher bist, kannst du wieder auf das Hardtail umsteigen und die neu erlernte Technik damit üben.

  

Wichtig ist, dass du dich gerade beim Techniktraining ausreichend schützt. Flatpedals ohne Klickies, Schienbeinschoner und je nach Gelände auch Ellbogenschoner sind Pflicht, auch wenn du sonst ohne Schoner und mit Klickies unterwegs bist. Mit Klickies lernt man die Technik nie richtig und man ist im Kopf auch gehemmter, weil man nicht so schnell vom Pedal kommt - und das ist beim Üben manchmal unerlässlich.

Techniktraining ist eine gute Aufgabe für den Herbst und auch Winter, denn auch auf kleinem Raum (z.B. auf einem Parkplatz oder in einer Tiefgarage) kann man viele Übungen für eine bessere Biketechnik durchführen: Gleichgewichtsübungen, Vorderrad anheben, Hinterrad anheben etc. Dieses Training wirst du dann im Frühjahr deutlich spüren.

  

Sinn macht auf jeden Fall auch einmal ein Fahrtechnikkurs oder - was noch mehr hilft - ein individuelles Einzelcoaching. Denn hier kann der Trainer gezielt auf dich eingehen und du kannst spezielle Dinge üben, bei denen du noch Schwierigkeiten hast. Das kostet übrigens nicht die Welt. Oft sind es einfache Grundtechniken, die vielen Fahrern (speziell den Marathonfahrern) fehlen. Diese sind meist sehr leicht erlernbar und bringen dir dann im Rennen große Vorteile durch sicheres Abfahren im Gelände, weniger Defekte, weniger Stürze und bessere Erholung in der Abfahrt. All das zusammen macht dich dann deutlich entspannter und (durch weniger Zeitverlust und bessere Erholung) auch spürbar schneller. Probier es doch einfach mal aus!

Teammitglied Christian Ludewig hat kürzlich ein Personal Training mit Andrea Potratz von toMotion durchgeführt, das er so zusammenfasst:Ein Personal Fahrtechnik Training bringt dem Fahrer meist mehr als ein Gruppentraining. Man kann gezielt auf ein Problem eingehen und konzentriert daran arbeiten. Man kann sich voll auf sich selbst konzentrieren und muss nicht immer auf andere warten. Außerdem gibt es einen nahtlosen Übergang von Einsteiger-Übungen bis Fortgeschrittenen-Übungen. Egal was trainiert werden soll, es kann abgedeckt werden. Ich fand das Personal Training extrem hilfreich und werde es mit Sicherheit wiederholen!“

 

Markus Kaufmann, der Deutsche Meister 2016 im MTB-Marathon, hat Anfang 2017 ein Techniktraining bei Andrea gemacht und sieht das Thema so:„Techniktraining ist nicht nur im Olympischen Cross Country wichtig, sondern hat auch im Marathon eine immer größere Bedeutung. Im Marathon sind die Anstiege in der Regel länger, daher auch die Abfahrten. Um sich auf einer Abfahrt erholen zu können, sollte man sich sicher fühlen. Ist man immer am Limit und versucht, den Anschluss zu halten, kommt es leicht zu einem Sturz und die Erholung leidet. Auf Marathons kennt man viele Strecken im Vorfeld nicht und weiß oft nicht, was auf einen zukommt. Daher muss man schnell und sicher reagieren können. Hat man hier die nötige Sicherheit, wird auch kaum etwas passieren. Das Techniktraining mit Andrea hat zwar nur zwei Stunden gedauert, aber sie hat mir zwei wichtige Dinge mitgegeben. Erstens die Kurventechnik mit Gewichtsverlagerung und vorausschauendem Blick. Zweitens, wie ich hohe Absätze mühelos bezwinge. Allein diese beiden Tricks haben mir deutlich mehr Sicherheit bei der Cape Epic vermittelt.“


Anonymous

Purer Trailgenuss in der Schweiz

Über die Saison verteilt bietet euch toMotion jedes Jahr mehrere Enduro- und Enduro-Fahrtechnik-Camps an. Doch worin besteht da eigentlich der Unterschied? „Beim Enduro-FT-Camp liegt der Schwerpunkt auf dem Fahrtechniktraining, bei dem wir Techniken isoliert üben und anschließend auf Tour einsetzen und da noch mal üben“, erklärt toMotion-Cheftrainerin Andrea Potratz. „Beim Enduro-Camp hingegen liegt der Schwerpunkt auf den Touren und auf dem Fahren. Ich gebe natürlich auch Tipps zur Fahrtechnik, aber es gibt kein wirkliches Fahrtechniktraining.“ Beim Enduro-Fahrtechnik-Camp in Davos Anfang August konzentrierten sich sechs Teilnehmer vor allem auf die Verbesserung ihrer Fahrtechnik, hatten aber trotzdem reichlich Gelegenheit, die tollen Trails rund um Davos zu genießen und das Gelernte zu üben. Was sie dabei erlebt haben, berichten Sabine Loacker und Danièle Troesch.

Danièle: „Das Enduro-Camp in Davos hat riesigen Spaß gemacht. Wir waren insgesamt sieben Teilnehmer und die Stimmung war toll. Dieses Wochenende war für mich wichtig. Als ich angefangen habe, MTB zu fahren, habe ich nur versucht, den anderen zu folgen. Ich konnte damals nicht verstehen, dass man in Abfahrten Spaß haben kann. Die Fahrräder sind danach auch immer besser geworden. Das hilft, um Vertrauen zu haben, aber ich hatte nicht immer jemanden, der mir Hinweise geben konnte, wenn ich was falsch machte. Ich habe versucht, Fahrtechnik von alleine zu lernen, aber das hat auch eine Grenze.

Dieses Wochenende war eine gute Gelegenheit, um mich auf Fahrtechnik zu konzentrieren und das mit super-schönen Aussichten. Wir haben gelernt, wie man richtig Kurven fährt. Ich habe auch super gefunden, dass sich Andrea Zeit genommen hat, um hinter jedem von uns her zu fahren. Sie hat dann gesagt, was man verbessern kann, welche Haltung man auf dem Fahrrad einnehmen sollte und wie man sich bewegen soll. Jetzt weiß ich, worauf ich achten muss.

Ich hoffe, dass ich wieder mal eine Gelegenheit finde, um an solch einem Camp teilzunehmen. Dieses Jahr hat es wirklich gut geklappt mit den Rennen.“

Sabine: „GORILLA’s im Nebel, gibt’s das? Das gibt’s! In Davos!

Nach knapp zehn Jahren das erste Mal wieder das Zelt, Schlafsack und Matte eingepackt, dann ging es am Samstag in aller Früh zusammen mit Danièle Troesch ins Davos Bike Camp. Am Vortag waren wir noch am Stilfser Joch und hatten uns auf dem Goldseetrail (ein weiterer Tipp von Andrea) vergnügt. Die beste Einstimmung auf puren Trailgenuss in der Schweiz.

Bei der Ankunft erwarteten uns bereits Uli und Nani, Andrea, (An)D(r)ea und Roman. Tja, wer sein Zelt zehn Jahre älter werden lässt,  muss damit rechnen, dass der Aufbau nicht so einfach wird.

Nach den ersten Fehlversuchen mit den falschen Stangen war das Außenzelt aber schnell aufgebaut und für den Rest war nach unserer Tour genug Zeit.

Los ging‘s. Die Devise: möglichst wenig Höhenmeter, dafür aber viele Tiefenmeter, also lifteln… was für ein Genuss. Auf dem Rinerhorn erstmals Technik üben. Wie ich diese farbigen Hütchen liebe… aber wir kamen nicht drum herum, Kurven zu fahren, wo keine waren und uns auf den Weg zu konzentrieren, ohne die herrliche Landschaft zu betrachten. Die Übungen machten richtig Lust aufs Fahren und dann ging‘s richtig los. Endlich, sogar Danièle erkannte die Kurven, der Federweg wurde voll ausgenutzt und Pausen gönnten wir uns nur, um den entgegenkommenden Bikern den Weg freizumachen. Nach dem ersten Trail genehmigen wir uns Kaffee, Bündner Nuss- und Heidelbeertorte. Die hatten wir uns redlich verdient!

Andrea schaute streng auf unseren Fahrstil und da… da sah man sie… ja… es gibt sie… GORILLLLLLAAAAAAA. Rein in das Rad, Arme breit, das Rad soll arbeiten, nicht wir… so meisterten wir (fast) jeden Abschnitt. Wir fuhren weiter nach Davos, der Trail ging auf und ab, kostete Kraft, umso größer das breite Grinsen im Gesicht. Nur selten sahen wir Zivilisation (Schotter oder Asphalt), einfach nur Trail–Genuss. Von Davos rauf auf das Jakobshorn – wow, was für eine Aussicht. Von hier ging ein wunderbarer Trail entlang der kargen Landschaft auf über 2.500 hm. Wir trafen auf einen Schifahrer (kein Schnee in Sicht) – der Arme wird heiraten.

Langsam knurrte der Magen. Wir fuhren zurück zum Zeltplatz, wie gern wären wir nochmal hoch gefahren. Jetzt galt es, das Zelt fertig aufzubauen und zu kochen. Arbeitsteilung. Bald war auch unsere Dreizimmerwohnung fertig und Danièles Luftmatratze aufgeblasen.  Es wurde gegrillt, alles was unser Eingepacktes hergab. Herrlich. Und zum Nachtisch was für die richtigen Gorillas – Bananen mit Schokolade – gegrillt – dazu Marshmallows – gegrillt, mit Nutella … jammi! Jetzt war auch der Letzte satt.

  

Leider war für den nächsten Tag schlechtes Wetter angesagt. Bekanntlich gibt es kein schlechtes Wetter, nur unpassende Kleidung. Nachts regnete es nur zeitweise, am Morgen waren sogar blaue Spuren von Himmel zu sehen. Danièles Luftmatratze war wohl nicht ganz dicht. Wer kennt nicht den Drang, aufstehen zu müssen, um auf die Toilette zu gehen (drei Minuten vom Zelt) oder etwas trinken zu wollen? Dann aber doch liegen zu bleiben und zu warten, bis man wieder einschläft? Danièle erging es so, statt zu pumpen lieber am Boden schlafen. Es ging trotzdem. Wir frühstückten im Trockenen, was noch übrig war. Marshmallows? Nein, dafür Banane mit Nutella J

Es ging los in den zweiten Tag, mit der Rinerhornbahn wieder hoch und dann bahnten sich die Gorillas ihren Weg durch den Nebel.  Wir hatten geplant, ca. 700 hm zu Fuß zu bestreiten und dann die Aussicht zu genießen. Petrus hatte wohl andere Pläne, ein Gewitter hielt uns davon ab, höher zu steigen und die Wolken verdeckten die Sicht. Umso mehr konnten wir uns auf Fahrtechnik und Trails konzentrieren. Was für ein Genuss. Regen hat den Vorteil, dass die Trails griffiger werden - das hatte die Dame am Campingplatz versprochen. Sie hatte aber nichts von Trails, die sich in Bäche verwandeln, gesagt. Was machen Gorillas im Nebel? Weiß nicht, wir zumindest hatten Spaß, den Wasserweg entlang zum Landwasser Viadukt zu fahren. Wasser von oben und von unten, irgendwann waren uns auch die Pfützen egal – zurückversetzt in die Kindheit – pflatsch und Mama kann nicht schimpfen!

  

Letztlich sind wir dann doch lieber mit dem Zug, den wir auf die letzte Sekunde erreichten, zurück zum Auto gefahren. Die erste Klasse wurde dann etwas von uns angefeuchtet, aber das war uns egal.

Wir waren happy! Ein gelungenes Wochenende! Danke Andrea, ich habe wieder viel gelernt! Es ist jedes Mal ein Genuss, mit dir zu fahren. Dir kann man vertrauen, dass du die schönsten Flecken Erde findest. Danke auch an alle Teilnehmer, es hat brutal Spaß gemacht, mit euch Gorillas zu fahren! Mit Schwung! Ich freue mich auf das nächste Mal!“


Anonymous

Das toMotion Enduro-Camp Wallis

Ende Juli waren sie angereist, um die Schweizer Hochalpen hautnah zu erleben und Spaß auf ihrem Enduro-Bike zu haben. Beste Voraussetzungen für toMotion-Guide Andrea Potratz, um gemeinsam mit sieben erfahrenen Enduro-Enthusiasten einzutauchen in die hochalpinen Trails des Schweizer Kantons Wallis. Höhepunkt des Wochenendes war sicherlich die Tour auf den Becs de Bosson mit Hüttenübernachtung auf knapp 3000 Metern Höhe. Traum-Sonnenuntergang inklusive. Wie Teilnehmer Jörg Junige und Roland Ast das Enduro-Wochenende erlebt haben, lest ihr hier:

Jörg: „Das Enduro-Camp im Wallis war mal wieder ein Riesen-Erlebnis mit ganz vielen schönen und neuen Eindrücken. Das Wallis bietet im Prinzip alles, was das Enduro-Herz begehrt, von hochalpinen, verblockten Trails bis hin zu flowigen, „von der Natur geshapten“ Trails in fast mediterran anmutender Landschaft, und das alles in allen Schwierigkeitsstufen. Wir haben es wieder mal sehr genossen, uns diesen Herausforderungen zu stellen und ganz viel dazu zu lernen und dabei Unmengen an Spaß zu haben in dieser Gruppe. Die Tour zum Becs de Bosson wird dabei in besonderer Erinnerung bleiben, weil wir die Bikes bis zur Hütte auf fast 3.000 m zum Teil hinauftragen mussten und dann mit einem Rundum-Blick auf einige 4.000er von Mont Blanc bis z.B. Dent Blanche entschädigt wurden. Mit diesen Bildern und die Aussicht auf eine 2.400 Tiefenmeter-Abfahrt (am Folgetag) im Kopf konnten wir sogar im Lager der Hütte auf 3.000 m gut einschlafen. Auf der Abfahrt sind wir alle in einen Trail-Rausch verfallen; es zaubert mir immer noch ein Lächeln auf die Lippen, wenn ich daran denke. Es ist schwer zu beschreiben; daher sollte man es selbst machen, um es zu erleben… :o)“

Roland: „Das Wallis war super! Dort ist es einfach gigantisch. Interessant, wie sich eine Tour wetterabhängig in der Wahrnehmung verändert. Das Illhorn vor zwei Jahren war gefühlt ganz anders… Ein Highlight für mich und alle anderen bestimmt auch war natürlich der Becs de Bosson. Hoch, wild, einsam, … und das Privileg, dort oben eine Sonnenuntergangsstimmung zu erleben, die noch ewig in Erinnerung bleiben wird. HAMMER!

Besonders ausgeprägt fand ich dieses Mal das Gruppenerlebnis, in meinen Augen auch bedingt durch das gemeinsame Campen. Das ist anders als zusammen im Hotel.“

  

  

  

  


Anonymous

Alleine ist man auf dem Gipfel nicht – die 3.748 Meter hohe Grande Sassière in den französischen Alpen ist ein beliebtes Ziel bei Bergsteigern. Doch dass jemand sein Mountainbike mit auf den Gipfel schleppt und den Abstieg dann auf zwei Rädern bewältigt, das ist selten. So sorgten Andrea Potratz, Claudia Potratz und Roland Ast denn auch für viel Aufsehen, als sie ihr von langer Hand geplantes Projekt „Grande Sassière by Bike“ in die Tat umsetzten. Am frühen Morgen des 27. August starteten sie von ihrem Basislager am Stausee Le Saut auf 2280 Metern Höhe aus, um die 1473 Höhenmeter zum Gipfel in Angriff zu nehmen. Ein langer, steiniger Aufstieg, den sie zumeist schiebend oder mit dem Bike auf den Schultern bewältigten. Und dann das Glück auf dem Gipfel und der Adrenalinrausch bei der Abfahrt. Im Folgenden schildert jeder der drei Akteure seine Erinnerungen an diese ganz besondere Tour.

Roland: „Sonntag, 27. August 2017, 07:30 Uhr: wir stehen abmarschbereit mit geschulterten Bikes am Fuß des Berges. Das Projekt „Grande Sassière by Bike“ kann beginnen. Die ersten 350 hm führen über teilweise steile Almwiesen an einen felsigen Steilaufschwung. Kletterstelle! Danach folgt schottriges Gelände, in dem wir, das Bike durchgängig auf dem Rücken, zügig an Höhe gewinnen. Den nächsten Steilaufschwung umgehen wir links über einen sehr abschüssigen, verblockten Hang. Das wird spannend bei der Abfahrt!

 

Als wir wieder oben auf dem Bergrücken ankommen, sehen wir den restlichen Aufstieg vor uns. Na bravo! Der Anblick lässt uns erst mal tief Luft holen. Der Gipfelaufschwung ist viel höher als gedacht. Ich bin von 150 hm ausgegangen. Tatsächlich ist er jedoch 450 m hoch, bocksteil und der Weg führt teilweise sehr direkt zum höchsten Punkt. Dazu erscheint der weitere Anstieg bis zum Gipfelaufschwung noch kilometerlang, zwischen Gletscher linkerhand und senkrecht abfallender Felswand rechts. Immer reichlich Panorama, für das ich zugegebenermaßen kaum einen Blick habe. Von unserer Position wirken die Bergsteiger auf dem Gipfel klein wie Ameisen. Dennoch - keiner von uns hat Zweifel, dort hoch zu kommen. Und tatsächlich: nach etwa 4:30 h und 1.500 Höhenmetern stehen wir zu dritt, zusammen mit ein paar Bergsteigern, die uns mit einer Mischung aus Ungläubigkeit und Begeisterung ansehen, mit unseren Bikes auf dem Gipfel. Genialer Moment! Wir genießen es, den Ausblick, die Stimmung, die Begeisterung, das Gefühl.

 

Schon beim Aufstieg hat mich intensiv die Frage beschäftigt „hier auch wieder runter?!“. Und die Stunde auf dem Gipfel führt zu einer weiteren Fokussierung auf die Abfahrt, den zweiten, anspruchsvolleren Teil des Projekts „Grande Sassière by Bike“. Für das Hinauf musst du’s nur „im Kreuz“ haben. So habe ich es in meinem Vorbericht formuliert. Für das Runter brauchst du Kraft, Kondition, Mut, Fahrtechnik, noch ausreichend Körner und ganz besonders den passenden Kopf, um all das in sehr ausgesetztem Gelände auch sicher abrufen zu können. Was mir dabei hilft? Achtung, etwas zum Lachen: mein Ego, das gerne an der langen Leine läuft und die Zuschauer, denen die Zweifel über unser Abfahrtsvorhaben auf der Stirn stehen und denen ich es beweisen will! Deshalb auch mein klarer Entschluss: die Abfahrt beginnt am Gipfel, gleich mit einer kniffeligen Stelle, und nicht weiter unten. Maximale Konzentration, maximale Körperspannung, maximale Fokussierung und ich fahre in den extrem steilen und teilweise ordentlich ausgesetzten Gipfelhang ein. Erst spüre ich nur die Blicke der Zuschauer im Rücken und dann weiß ich: das ist heute mein Tag! Von den 1.500 Tiefenmetern kann ich geschätzt 95 % auf dem Bike bewältigen. Meine eigene „Vorgabe“, mein eigener Anspruch ist damit erfüllt. Das Ego gibt erst mal Ruhe.

 

In der „Ride“ stand als Fazit dieser Tour: „… ein umwerfendes Erlebnis für gute Fahrtechniker mit hochalpiner Erfahrung“. Das kann ich bestätigen. Mein Fazit: hoher Berg, hohe fahrtechnische Anforderungen, anspruchsvoller als gedacht! Insgesamt wohl die anspruchsvollste Eintages-Unternehmung, die ich bisher mit einem Bike gemacht habe. Und Luft nach oben ist noch immer da!

Das Erlebnis „Grande Sassière“ mit Claudia und Andrea teilen zu können, macht es für mich besonders wertvoll. Wir waren ein homogenes Team. Jeder war, weil verantwortungsbewusst, optimal vorbereitet, das heißt konditionell fit, fahrtechnisch stark, hoch motiviert und am Ende glücklich über diesen Erfolg. Wollen wir nächstes Jahr gemeinsam die Luft nach oben raus lassen? Ich bin dabei! Dafür braucht es halt noch ein Ziel… das sich aber bestimmt finden lässt!“

Claudia: „Der letzte Schritt hat einfach etwas von Erlösung. Die letzten 4.5 h schleppen wir uns und unser Bike hier hoch. Gefahren sind wir vielleicht 200 m, warum tun Menschen sich das an? Der Gipfel mit diesem Panorama gibt eine atemberaubende stillschweigende Antwort, noch nie war ich so tief zufrieden beim Bikebergsteigen wie dort oben. Vergessen sind all die Mühen, das Training, die Schulterschmerzen. Die Gruppe Wanderer hier oben schaut uns ungläubig an, der Respekt für unsere Leistung wird in mehreren Sprachen bekundet, manche haben uns angefeuert die letzen Meter. Das war toll. Aber auch wir verteilen Anerkennung für alle, die diesen Aufstieg geschafft haben. Das muss man im Pensionsalter zu Fuß auch erst mal schaffen...
Nach einer kurzen Stärkung geht es in die Abfahrt. Ich schiebe anfangs etwas mehr als die anderen zwei. Ist mir aber egal - Chirurgenhände vertragen keine Verletzungen und das Hochgebirge ist der falsche Platz für Experimente. Ich bin trotzdem erstaunt, wie fit wir alle noch sind und wie viel wir fahren können. Am Parkplatz umarme ich meine beiden Gefährten und weiß einfach, diesen Tag kann uns keiner mehr nehmen. Abends muss ich lachen: Andrea zeigt mir ein Foto und sagt, zwei Bartgeier hätten über uns gekreist. Ich bestelle ein Bier zum Essen und denke: Heute habt ihr uns nicht erwischt! :-)“

 

Andrea: „Wir hatten uns für unsere Tour tolles Wetter ausgesucht. Kaum Wind, und es wurde ein sonniger Tag. Somit war es auch am Gipfel gut auszuhalten. In der Sonne hatte es geschätzt 12 Grad, was für einen Gipfel in der Höhe auf jeden Fall sehr angenehm ist.

Das Bike lag praktisch von Anfang an auf unseren Schultern, wo es fast die ganze Zeit blieb. Nur kurze Abschnitte konnten geschoben werden und einen ganz kurzen Abschnitt konnten wir sogar fahren. Beim Hochgehen habe ich mir schon immer ein paar Gedanken über das Hinunterfahren gemacht, da wir ja dieselbe Strecke hoch wie runter sind. Diese Gedanken waren bei der Abfahrt dann aber wie weggeblasen. ;-)

Da es ein Sonntag war, war relativ viel Betrieb am Berg: natürlich überwiegend Wanderer bzw. Bergsteiger und dann noch eine andere Dreiergruppe Biker. Da wir mit unserem Zusatzgepäck etwas langsamer waren als die meisten Wanderer, hatten wir viele Überholbegegnungen, die aber immer sehr nett waren. Die meisten waren sehr beeindruckt, dass wir nicht nur uns selbst, sondern auch noch das Bike auch noch auf den Gipfel schleppen, und sie haben oft auch ungläubig gefragt, ob wir da auch wieder runter fahren wollen, was wir natürlich bejahten. Auf dem Gipfel haben sich dann alle gleichermaßen gefreut, oben zu sein - egal ob mit oder ohne Bike.

Insgesamt war der Aufstieg mit knapp 1500 hm Tragen und davon die Hälfte über 3000 m Höhe schon anstrengend. Ab ca. 3300 hm habe ich die dünne Luft deutlich gespürt und musste ziemlich schnaufen. Also schön langsam gehen und immer wieder Pausen machen, dann geht es gut und man kommt oben an, ohne allzu kaputt zu sein.

Oben zu sein war richtig klasse. Besonders die 360 Grad Aussicht war gerade an diesem Tag umwerfend. Belohnt wurden wir dann noch mit der Sichtung von vier Adlern und zwei Bartgeiern. Das sieht man auch nicht so oft.

 

Nach etwas Pause und ein paar Fotos ging es in die Abfahrt, die insgesamt doch deutlich technischer war als gedacht. Die Gipfelpyramide, bei der die Abfahrt begann, hatte ein Gefälle von ca. 90 Prozent (entspricht 40 Grad), rutschiger Untergrund und enge Serpentinen. Da braucht es maximale Bremskraft und Bikekontrolle, um solche Serpentinen auf dem Bike zu bewältigen, was dann aber auch gelang. Die Diskrepanz zwischen hohem Sauerstoffbedarf bei der großen Anstrengung und dem geringen Sauerstoffgehalt der Luft machte sich auch bergab bemerkbar. Mein Puls war gerade zu Beginn der Abfahrt genauso hoch, als würden wir den Berg hochgehen. Und wir mussten auch immer wieder Pausen machen, um zu atmen und Sauerstoff in Arme und Beine kommen zu lassen. Je tiefer wir kamen, desto besser wurde es.

Es gab bergab auch einige Stellen, an denen man das Bike tragen musste, weil das Gelände teilweise zu verblockt war oder auch ein paar leichte Kletterstellen bereit hielt. Diese Stellen waren aber immer nur kurz und insgesamt konnten wir trotzdem fast alle Höhenmeter fahrend bewältigen. Die letzten 350 Höhenmeter waren zwar steil, dann aber trotzdem noch richtig flowig durch die Wiesenhänge.

Nach insgesamt ca. 7:30 Stunden waren wir wieder glücklich unten am Stausee. Es war wirklich eine tolle Tour, ein schönes Gefühl mit Claudia und Olaf auf dem Gipfel zu stehen und dann den Berg fahrend im Downhill zu bezwingen. Ich als Fotograf hätte gerne etwas mehr Fotostopps eingebaut, um noch ein paar schöne Perspektiven mehr auf die Kamera zu bannen. Aber meine beiden Models waren immer so schnell enteilt, dass ich dazu leider nicht gekommen bin. Bis ich die Technik eingepackt hatte, waren die beiden schon weiter. Egal ob bergauf oder bergab - dann musste ich erst mal hinterher. Das nächste Mal werden sie angebunden… :-)

Noch ein paar Worte zum Material:

Syntace, SQlab und Propain begleiten uns ja schon mehrere Jahre auf unseren Touren und Trails. Auch bei diesem Projekt haben die Produkte dieser Partner wieder beste Arbeit geleistet und zur vollsten Zufriedenheit funktioniert. Auch Sponser und FitRabbit haben uns verlässlich wie immer mit Energie versorgt.

Relativ neu und noch nie bei einer solchen Tour gefahren, sind die Reifen von Vittoria und die Bremse (Direttissima) von trickstuff. Deswegen dazu ein paar Sätze mehr.

Wir sind überwiegend den Vittoria Barzo TNT in 2,35 Zoll Breite gefahren. Der Barzo ist eigentlich ein CrossCountry Reifen. Er hat aber auch in diesem Gelände vollkommen überzeugt. Keine einzige Panne - auch nicht in den zahlreichen Touren zuvor in hartem Gelände - super Grip und geringes Gewicht. Wirklich perfekt in solchem Gelände.

Die Direttissima von trickstuff hatte auch alle Hände voll zu tun, die Hangabtriebskraft in Grenzen zu halten. Das hat sie wirklich überzeugend hinbekommen. Kein Quietschen, fester Druckpunkt, einfach nur volle Bremspower - super! Und das, ohne Krämpfe in den Armen zu bekommen. Ebenso überzeugend sind die trickstuff Dächle UL Bremsscheiben, die sich auch bei noch so langen Abfahrten kein bisschen verziehen und immer perfekt geradeaus laufen, ohne dass die Bremse irgendwann zu schleifen beginnt. Gebremst haben wir mit den neuen Power-Bremsbelägen. So eine perfekte Bremse bin ich bisher noch nie gefahren.

Danke an alle Partner für das tolle Material, das solche Touren und Erlebnisse überhaupt erst möglich macht.“


Anonymous

Top-Material für ein anspruchsvolles Projekt

Bei der Auswahl ihrer Ausrüstung setzen die drei Grande-Sassière-Abenteurer vor allem auf zwei Faktoren: Zuverlässigkeit und geringes Gewicht. Das Material muss leicht sein, da das Bike beim Aufstieg zum Gipfel viel getragen wird. Gerade im Hochgebirge sind jedoch auch Zuverlässigkeit und Stabilität von höchster Bedeutung, weil ein Defekt dort besonders unangenehm oder zum Teil sogar gefährlich ist. Einen Großteil der verwendeten Ausrüstung können die drei von den Partnern ihres MTB-Teams toMotion Racing by black tusk beziehen. Welche Teile im Einzelnen bei ihrem Projekt „Abfahrt von der Grande Sassière“ zum Einsatz kommen werden, verrät uns Andrea Potratz.

Bike: Propain Tyee CF 160mm, 27,5 Zoll

Das Tyee CF ist mit seinem Carbonrahmen sehr leicht -  mit der untenstehenden Ausstattung wiegt das Bike je nach Größe zwischen 12,4 und 12,6 kg. Das ist für ein 160 mm Enduro-Bike schon sehr leicht. Gleichzeitig ist das Tyee CF sehr stabil und zuverlässig.

 

Ausstattung:

Trickstuff Direttissima Bremse

Die Direttissima ist die beste Bremse, die ich bis jetzt gefahren bin - und ich bin schon einige gefahren. Sehr kraftvoll, dabei leicht. Man braucht wenig Handkraft zum Bremsen und sie ist sehr gut dosierbar. Dazu sieht sie auch noch verdammt gut aus und es gibt sie in vielen Farben.

Syntace Carbon-Lenker und Vorbau

Bei Lenker und Vorbau kommt bei uns schon seit Jahren nichts anderes mehr ans Bike als Syntace. Einfach Top-Produkte, leicht, aber auch nicht zu leicht und in Zuverlässigkeit und Funktion nicht zu überbieten.

Syntace W35 MX Laufräder

Auch bei den Laufrädern fällt die Wahl seit Jahren auf Syntace. Die Felgen sind schön breit (in unserem Fall die 35 mm Variante), was dem Reifen noch mehr Grip und eine breitere Form gibt. So kann man auch mit weniger Luftdruck fahren und hat weniger Rollwiderstand. Schön stabil, dabei doch leicht und auch gerade in der Tubeless-Variante sehr einfach handzuhaben. Die Verarbeitung ist wie immer bei Syntace hervorragend und die Haltbarkeit, vor allem die der Lager, super. Alulaufräder an einem Carbonbike erhöhen noch etwas den Komfort, da sie die Schläge etwas dämpfen und nicht so hart durchgeben wie Carbonlaufräder.


Syntace Numbernine Pedale

Super leichtes Flatpedal, leichter als die meisten Klickpedale, super Grip. Was will man mehr?


Vittoria Bereifung, tubeless

Vittoria Reifen fahren wir erst seit dieser Saison und wir sind super-zufrieden damit! Für das Grande-Sassière-Projekt haben wir den Barzo TNT in 2,35 Zoll ausgewählt. Der hat enorm viel Grip, was vor allem vorne wichtig ist für eine gute Führung des Vorderrades. Der Barzo macht seine Sache wirklich sehr gut! In der TNT-Variante ist er sehr pannensicher und super easy Tubeless zu machen. Außerdem ist er für einen Enduroreifen sehr leicht, was für das Tragen ein großer Pluspunkt ist.


SQLab Ergowave 611er Sattel

Auf den SQLab 611er Sätteln sitzen wir seit Jahren wirklich sehr gut. Das neue Ergowave-Modell hat die Sitzqualität noch einmal deutlich verbessert, wobei wir bei diesem Projekt kaum sitzen werden… ;-). In der Carbon-Variante ist der Sattel auch angenehm leicht. Roland und ich nutzen die active-Variante, Claudia die ohne active.


SRAM X0 Eagle 1x12 Antrieb

Aktuell gibt es für ein Enduro-Bike nichts Besseres auf dem Markt als die SRAM Eagle. Einfaches Prinzip, leicht, haltbar, zuverlässig, ausreichend Übersetzungsbreite und man kann sich den leichtesten Gang, den man braucht, über die Wahl des vorderen Kettenblattes entsprechend einbauen. Wenig Technik (ohne zweiten Hebel und Umwerfer) - dadurch kann auch nicht so viel kaputt gehen.

Rock Shox Pike 160 mm 2P – Federgabel

Handschuhe:

GripGrab Vertical

Der neue 2017er Vertical ist ein ganz feiner Handschuh von GripGrab, eine tolle Weiterentwicklung des letztjährigen Modells. Er liegt sehr gut an, schlägt keine Falten und man hat einen super Halt am Lenker.

Rucksack:

Evoc FR Trail
Seit Jahren fahren wir nur noch mit Evoc-Rucksäcken. Der eingebaute Rückenprotektor, den wir bisher zum Glück noch nie brauchten, schützt im Ernstfall. Die Rucksäcke sitzen sowohl im Uphill gut, wie auch (ganz wichtig) im Downhill. Da verrutscht nichts, der Rucksack bleibt zuverlässig zentral auf dem Rücken. Außerdem hat er eine super Raumaufteilung und durch die verschiedenen Größen kann man gut auswählen, welche Rucksack der für das Projekt Passende ist. Es muss ja auch einiges an Gepäck mit auf die Tour: Verpflegung, Bekleidung, Ersatzmaterial, Werkzeug, Schoner und natürlich (ganz wichtig) auch die Kamera…


Zur Unterstützung der körperlichen Leistungsfähigkeit sind natürlich auch FitRabbit und Sponser mit am Start. Wir nehmen den Sponser High Energyund den Oat Pack Creamy Caramel mit auf den Berg.  Zur Regeneration gibt es danach dann das Whey Protein sowie Magnesium.

Mit dieser Ausstattung dürfte dann hoffentlich nichts schief gehen! :-)