Ein Bericht über das MTB-Trainingslager im Vinschgau

Warum einen Bericht nicht mal von hinten beginnen, mit dem Ergebnis, dem Gefühl, das man mit nach Hause bringt:

Starke Tage …, starke Eindrücke, … starkes Nachschwingen, … Entzugserscheinungen!

Treffen der Camp-Teilnehmer ist Sonntag um 10:00 Uhr. Dort tummeln sich auch alle Freerider, die mit Vinschgau-Bike shutteln wollen.

Protektorenjacken, Fullface-Helme, Knieschützer … ein Anblick, der den Teilnehmern, die dort zum ersten Mal sind, das Herz

ein wenig in die Hose rutschen lässt. Auf der Stirn geht das Display an: WAS MACHE ICH HIER?

Andrea gelingt es in ihrer beruhigenden Art, den ersten Schock einzelner nicht in einen Fluchtreflex gipfeln zu lassen.

Plan für diesen Tag: 2 Shuttle-Auffahrten und Techniktraining auf dem Trail. Dort sind wir bald für uns allein und die Anspannung

weicht einem konzentrierten Zuhören, Zuschauen, Üben, Wiederholen …

Wichtigste Lektion des ersten Tages: Ein martialisches Äußeres sagt noch lange nichts über die fahrerischen Qualitäten eines Bikers!

… und so lassen wir uns in den nächsten Tagen auch nicht mehr von dem allmorgendlichen Anblick der anderen fullprotected Biker aus

der Ruhe bringen.

In den nächsten Tagen folgt dann ein abwechslungsreiches Trainingsprogramm aus Kraft/Stabilisation/Koordination („Beachparty“ J) vor dem Frühstück,

dann vormittags Fahrtechnik in der Ebene oder auf dem Trail oder Intervalltraining am Berg, nachmittags immer Trailspaß!

… und mit jedem Tag wird eins deutlicher: In der Gruppe grassiert ein Virus!!! DER TRAILVIRUS!

Keiner kann sich entziehen!

Die Wirkung dieses Virus? Sucht, Abhängigkeit, Entzugserscheinungen. Suchender Blick, wo ist der nächste Trail, die nächste technische Stelle?

Unbestätigten Informationen zu Folge haben einzelne Teilnehmer noch in dieser Woche ihren Lebensplan „umgeschrieben“. Ein größerer Teil der

Lebenszeit soll jetzt dem Thema „Trails dieser Welt“ gehören!

So funktionieren die meisten Teilnehmer den Pausentag heimlich um und trainieren Fahrtechnik anstatt die Beine hoch zu legen. „Sucht“ eben …

Für mich ist es inzwischen schon das 4. Fahrtechnik-/Trainingscamp. Trotzdem hat es mir auch dieses Mal wieder unheimlich viel gebracht:

Bessere Fahrtechnik und noch mehr Sicherheit auf dem Bike. Und Letzteres ist die Basis für noch mehr Spaß auf dem Bike!

Ich verstehe nun immer besser, was Andrea gesagt hat: „Lieber gekonnt, als nur geschafft!“

Das habe ich besonders gemerkt als wir Trails gefahren sind, die ich vor 1 Jahr das erste Mal gefahren bin.

Jetzt empfand ich die diversen schwierigen Stellen als beherrscht und  souverän. Ein gutes Gefühl!

Freitag …, letzter Tag, …letzte Abfahrt, … freies Fahren. Alle zeigen noch mal was sie in dieser Woche gelernt haben.

Und das ist bei allen deutlich zu sehen und kann man bei sich selbst spüren.

Mögen die Trails immer mit uns sein!