Gruppendynamische Prozesse in der Knabengruppe „Peter Pan“

Anonymous

Wer viele Gleichgesinnte kennt, eine kleine Gruppe zusammenstellt und gemeinsam ein MTB-Fahr-techniktraining bei toMotion bucht, ist klar im Vorteil: der kann sich seine Wunschthemen nämlich selbst aussuchen! So geschehen am letzten Mai-Wochenende im Vinschgau, wo sich toMotion-Racing-Teammitglied Roland Ast gemeinsam mit seinen Kumpels ein Exklusiv-Training bei Fahrtechnik-Expertin Andrea Potratz sicherte und dabei nicht nur eine Menge lernte, sondern auch mächtig viel Spaß hatte. Hier Rolands unterhaltsamer Bericht:

"ENDLICH ist es soweit: Fahrtechniktraining in Goldrain, im Vinschgau, bei Andrea mit meinen Alpencross-Kumpels Michi, Hannes und Werner, dazu kommen noch Jörg und Uwe, mit denen ich auch schon das eine oder andere Bike-Erlebnis teilen durfte. Einen Termin zu finden war nicht einfach, und manch einer musste zu seinem Glück auch erst etwas „überredet“ werden. Der Tag beginnt mit der Abfrage von Andrea „Was/wo wollen wir denn in den beiden kommenden Tagen so spielen?“ Die Antworten: „Hohe Stufen und Absätze, auch in Kurven und Kehren, Hinterrad versetzen, ökonomischeres und somit kraftsparenderes Abfahren, Trail von Patsch nach Schlanders …“.

Doch zunächst kommen die traditionellen „Hütchenspiele“ auf dem Sportplatz in Morter, um der Knabengruppe ein Minimalmaß an diszipliniertem (Fahr-)Verhalten zu vermitteln. Später werden wir erfahren, wie wertvoll diese Vorspiele sind.

Da wir mit ausreichend großen Bobby-Cars angereist sind, können wir am Nachmittag ohne fremde Hilfe mit unseren Lieblingsspielzeugen zu dem höher gelegenen Spielplatz „Tschilli-Trail“ wechseln. Wir spielen im „Rockgarden“ ausgiebig in verblocktem Gelände mit den Stufen und kommen weiter unten an eine wirklich knackige Stelle. „Booooaaaaaaah sind die Stufen hoch!“ Mein Motto: „Besser verblockter Trail als verblockter Kopf“ und ziehe gleich mal durch. Erfolgreich unten angekommen, schreien alle anderen: „Ich auch, ich auch!“. Gruppendynamischer Prozess …, bei dem aber alle vernünftig bleiben und jeder jedem hilft. Vernunft trifft Peter Pan! Kein Widerspruch und für Andrea die Erkenntnis, dass man die Rasselbande schon mal von der Leine lassen kann.

Am Tagesende kommen wir voll mit Adrenalin, Dopamin, Tyrosin-Glycin-Glycin-Phenylalanin und sonstigen körpereigenen Aufputschmitteln am Hotel an. Wer das breiteste und langanhaltendste Grinsen im Gesicht hat, ist nicht feststellbar, weil alle so schlafen gehen und nach Jörgs Motto „bike, sleep, repeat“ am nächsten Morgen auch so wieder zum Frühstück erscheinen.

So beginnt der zweite Tag mit einer 400 hm steilen Auffahrt zu einem Trail oberhalb von Morter. Schon bei der Einfahrt in den Trail wird klar, worum es hier geht: Hinterrad versetzen in Kehren. Die Sportplatz-Übungen vom Vortag kommen allen zu Gute. Es folgen zahlreiche Kehren, an jeder wird ausgiebig geübt, denn wenn einer nochmal hochschiebt, schreit der Rest: „Wenn der nochmal darf, will ich auch noch mal!“ Wer nicht selber fährt, sichert ab.

Für den Nachmittag ist dann die nächste „Entwicklungsstufe“ für die Jungs geplant: Abfahrt von Patsch nach Schlanders. Wir finden zwei freundliche Begleiterinnen, die uns hoch- und die Bobby-Cars auch gleich wieder hinunterfahren (DANKE!). Im oberen Abschnitt fahren wir auf dem relativ neu angelegten Propain-Trail. Wir lassen es zügig durch die Kurven, Anleger, über Wellen und Sprünge laufen und trainieren dabei nochmals die verschiedenen Techniken. Im unteren Viertel kommt dann „mein Ding“: ein anhaltend sehr verblockter, steiler Abschnitt mit teilweise ausgesetzten Kehren, in denen das Hinterrad versetzt werden muss. Nochmals VOLLE Konzentration. Alles klappt, lediglich eine Stelle, die allerletzte des gesamten Trails, nehme ich als „Hausaufgabe“ mit in die Heimat. „Warte nur, dich krieg ich auch noch!“