toMotion-Fahrtechniktraining in Davos – ein Rückblick

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Purer Trailgenuss in der Schweiz

Über die Saison verteilt bietet euch toMotion jedes Jahr mehrere Enduro- und Enduro-Fahrtechnik-Camps an. Doch worin besteht da eigentlich der Unterschied? „Beim Enduro-FT-Camp liegt der Schwerpunkt auf dem Fahrtechniktraining, bei dem wir Techniken isoliert üben und anschließend auf Tour einsetzen und da noch mal üben“, erklärt toMotion-Cheftrainerin Andrea Potratz. „Beim Enduro-Camp hingegen liegt der Schwerpunkt auf den Touren und auf dem Fahren. Ich gebe natürlich auch Tipps zur Fahrtechnik, aber es gibt kein wirkliches Fahrtechniktraining.“ Beim Enduro-Fahrtechnik-Camp in Davos Anfang August konzentrierten sich sechs Teilnehmer vor allem auf die Verbesserung ihrer Fahrtechnik, hatten aber trotzdem reichlich Gelegenheit, die tollen Trails rund um Davos zu genießen und das Gelernte zu üben. Was sie dabei erlebt haben, berichten Sabine Loacker und Danièle Troesch.

Danièle: „Das Enduro-Camp in Davos hat riesigen Spaß gemacht. Wir waren insgesamt sieben Teilnehmer und die Stimmung war toll. Dieses Wochenende war für mich wichtig. Als ich angefangen habe, MTB zu fahren, habe ich nur versucht, den anderen zu folgen. Ich konnte damals nicht verstehen, dass man in Abfahrten Spaß haben kann. Die Fahrräder sind danach auch immer besser geworden. Das hilft, um Vertrauen zu haben, aber ich hatte nicht immer jemanden, der mir Hinweise geben konnte, wenn ich was falsch machte. Ich habe versucht, Fahrtechnik von alleine zu lernen, aber das hat auch eine Grenze.

Dieses Wochenende war eine gute Gelegenheit, um mich auf Fahrtechnik zu konzentrieren und das mit super-schönen Aussichten. Wir haben gelernt, wie man richtig Kurven fährt. Ich habe auch super gefunden, dass sich Andrea Zeit genommen hat, um hinter jedem von uns her zu fahren. Sie hat dann gesagt, was man verbessern kann, welche Haltung man auf dem Fahrrad einnehmen sollte und wie man sich bewegen soll. Jetzt weiß ich, worauf ich achten muss.

Ich hoffe, dass ich wieder mal eine Gelegenheit finde, um an solch einem Camp teilzunehmen. Dieses Jahr hat es wirklich gut geklappt mit den Rennen.“

Sabine: „GORILLA’s im Nebel, gibt’s das? Das gibt’s! In Davos!

Nach knapp zehn Jahren das erste Mal wieder das Zelt, Schlafsack und Matte eingepackt, dann ging es am Samstag in aller Früh zusammen mit Danièle Troesch ins Davos Bike Camp. Am Vortag waren wir noch am Stilfser Joch und hatten uns auf dem Goldseetrail (ein weiterer Tipp von Andrea) vergnügt. Die beste Einstimmung auf puren Trailgenuss in der Schweiz.

Bei der Ankunft erwarteten uns bereits Uli und Nani, Andrea, (An)D(r)ea und Roman. Tja, wer sein Zelt zehn Jahre älter werden lässt,  muss damit rechnen, dass der Aufbau nicht so einfach wird.

Nach den ersten Fehlversuchen mit den falschen Stangen war das Außenzelt aber schnell aufgebaut und für den Rest war nach unserer Tour genug Zeit.

Los ging‘s. Die Devise: möglichst wenig Höhenmeter, dafür aber viele Tiefenmeter, also lifteln… was für ein Genuss. Auf dem Rinerhorn erstmals Technik üben. Wie ich diese farbigen Hütchen liebe… aber wir kamen nicht drum herum, Kurven zu fahren, wo keine waren und uns auf den Weg zu konzentrieren, ohne die herrliche Landschaft zu betrachten. Die Übungen machten richtig Lust aufs Fahren und dann ging‘s richtig los. Endlich, sogar Danièle erkannte die Kurven, der Federweg wurde voll ausgenutzt und Pausen gönnten wir uns nur, um den entgegenkommenden Bikern den Weg freizumachen. Nach dem ersten Trail genehmigen wir uns Kaffee, Bündner Nuss- und Heidelbeertorte. Die hatten wir uns redlich verdient!

Andrea schaute streng auf unseren Fahrstil und da… da sah man sie… ja… es gibt sie… GORILLLLLLAAAAAAA. Rein in das Rad, Arme breit, das Rad soll arbeiten, nicht wir… so meisterten wir (fast) jeden Abschnitt. Wir fuhren weiter nach Davos, der Trail ging auf und ab, kostete Kraft, umso größer das breite Grinsen im Gesicht. Nur selten sahen wir Zivilisation (Schotter oder Asphalt), einfach nur Trail–Genuss. Von Davos rauf auf das Jakobshorn – wow, was für eine Aussicht. Von hier ging ein wunderbarer Trail entlang der kargen Landschaft auf über 2.500 hm. Wir trafen auf einen Schifahrer (kein Schnee in Sicht) – der Arme wird heiraten.

Langsam knurrte der Magen. Wir fuhren zurück zum Zeltplatz, wie gern wären wir nochmal hoch gefahren. Jetzt galt es, das Zelt fertig aufzubauen und zu kochen. Arbeitsteilung. Bald war auch unsere Dreizimmerwohnung fertig und Danièles Luftmatratze aufgeblasen.  Es wurde gegrillt, alles was unser Eingepacktes hergab. Herrlich. Und zum Nachtisch was für die richtigen Gorillas – Bananen mit Schokolade – gegrillt – dazu Marshmallows – gegrillt, mit Nutella … jammi! Jetzt war auch der Letzte satt.

  

Leider war für den nächsten Tag schlechtes Wetter angesagt. Bekanntlich gibt es kein schlechtes Wetter, nur unpassende Kleidung. Nachts regnete es nur zeitweise, am Morgen waren sogar blaue Spuren von Himmel zu sehen. Danièles Luftmatratze war wohl nicht ganz dicht. Wer kennt nicht den Drang, aufstehen zu müssen, um auf die Toilette zu gehen (drei Minuten vom Zelt) oder etwas trinken zu wollen? Dann aber doch liegen zu bleiben und zu warten, bis man wieder einschläft? Danièle erging es so, statt zu pumpen lieber am Boden schlafen. Es ging trotzdem. Wir frühstückten im Trockenen, was noch übrig war. Marshmallows? Nein, dafür Banane mit Nutella J

Es ging los in den zweiten Tag, mit der Rinerhornbahn wieder hoch und dann bahnten sich die Gorillas ihren Weg durch den Nebel.  Wir hatten geplant, ca. 700 hm zu Fuß zu bestreiten und dann die Aussicht zu genießen. Petrus hatte wohl andere Pläne, ein Gewitter hielt uns davon ab, höher zu steigen und die Wolken verdeckten die Sicht. Umso mehr konnten wir uns auf Fahrtechnik und Trails konzentrieren. Was für ein Genuss. Regen hat den Vorteil, dass die Trails griffiger werden - das hatte die Dame am Campingplatz versprochen. Sie hatte aber nichts von Trails, die sich in Bäche verwandeln, gesagt. Was machen Gorillas im Nebel? Weiß nicht, wir zumindest hatten Spaß, den Wasserweg entlang zum Landwasser Viadukt zu fahren. Wasser von oben und von unten, irgendwann waren uns auch die Pfützen egal – zurückversetzt in die Kindheit – pflatsch und Mama kann nicht schimpfen!

  

Letztlich sind wir dann doch lieber mit dem Zug, den wir auf die letzte Sekunde erreichten, zurück zum Auto gefahren. Die erste Klasse wurde dann etwas von uns angefeuchtet, aber das war uns egal.

Wir waren happy! Ein gelungenes Wochenende! Danke Andrea, ich habe wieder viel gelernt! Es ist jedes Mal ein Genuss, mit dir zu fahren. Dir kann man vertrauen, dass du die schönsten Flecken Erde findest. Danke auch an alle Teilnehmer, es hat brutal Spaß gemacht, mit euch Gorillas zu fahren! Mit Schwung! Ich freue mich auf das nächste Mal!“