Fahrtechnik: die rennfreie Zeit sinnvoll nutzen

Anonymous

Im Bikepark, auf Enduro-Touren oder einfach auf dem Parkplatz

Im Herbst sind die Rennen vorbei, das Wetter ist aber noch schön und du möchtest gerne noch draußen auf dem Bike sein? Dann ist das der ideale Zeitpunkt, dich um das wichtige Thema Technik zu kümmern, das während der Saison meist ignoriert wird. Das ist nicht gut, denn auch die Fahrtechnik sollte dauerhaft und regelmäßig trainiert werden, ebenso wie die Ausdauer und alle anderen Fertigkeiten (z.B. Kraft, Koordination, Life-Kinetik etc.).

Jetzt im Herbst ist auf jeden Fall ein guter Zeitpunkt, damit anzufangen. Techniktraining kannst du z.B. gut im Bikepark machen – oder auch auf Enduro-Touren mit vielen Trails. Bergauf kannst du dabei auch gerne mal eine Aufstiegshilfe wie Gondel oder Shuttle in Anspruch nehmen, damit du dich bergab auf die Technik konzentrieren kannst. Höhenmeter bist du während der Saison ja schon ausreichend gefahren… :-)

  

Im Bikepark hat man die Vorteile einer Aufstiegshilfe und vieler Abfahrten und Trails auf engem Raum, um an der Fahrtechnik zu üben. Gut ist es auch, das Hardtail mal gegen ein Enduro-Fully zu tauschen (in vielen Bikeparks kann man welche leihen). Damit hast du es gerade in technischem Gelände leichter, weil du durch den größeren Federweg erst einmal mehr Sicherheit bekommst, wodurch es auch für den Kopf leichter wird. Wenn du dann in der Technik sicher bist, kannst du wieder auf das Hardtail umsteigen und die neu erlernte Technik damit üben.

  

Wichtig ist, dass du dich gerade beim Techniktraining ausreichend schützt. Flatpedals ohne Klickies, Schienbeinschoner und je nach Gelände auch Ellbogenschoner sind Pflicht, auch wenn du sonst ohne Schoner und mit Klickies unterwegs bist. Mit Klickies lernt man die Technik nie richtig und man ist im Kopf auch gehemmter, weil man nicht so schnell vom Pedal kommt - und das ist beim Üben manchmal unerlässlich.

Techniktraining ist eine gute Aufgabe für den Herbst und auch Winter, denn auch auf kleinem Raum (z.B. auf einem Parkplatz oder in einer Tiefgarage) kann man viele Übungen für eine bessere Biketechnik durchführen: Gleichgewichtsübungen, Vorderrad anheben, Hinterrad anheben etc. Dieses Training wirst du dann im Frühjahr deutlich spüren.

  

Sinn macht auf jeden Fall auch einmal ein Fahrtechnikkurs oder - was noch mehr hilft - ein individuelles Einzelcoaching. Denn hier kann der Trainer gezielt auf dich eingehen und du kannst spezielle Dinge üben, bei denen du noch Schwierigkeiten hast. Das kostet übrigens nicht die Welt. Oft sind es einfache Grundtechniken, die vielen Fahrern (speziell den Marathonfahrern) fehlen. Diese sind meist sehr leicht erlernbar und bringen dir dann im Rennen große Vorteile durch sicheres Abfahren im Gelände, weniger Defekte, weniger Stürze und bessere Erholung in der Abfahrt. All das zusammen macht dich dann deutlich entspannter und (durch weniger Zeitverlust und bessere Erholung) auch spürbar schneller. Probier es doch einfach mal aus!

Teammitglied Christian Ludewig hat kürzlich ein Personal Training mit Andrea Potratz von toMotion durchgeführt, das er so zusammenfasst:Ein Personal Fahrtechnik Training bringt dem Fahrer meist mehr als ein Gruppentraining. Man kann gezielt auf ein Problem eingehen und konzentriert daran arbeiten. Man kann sich voll auf sich selbst konzentrieren und muss nicht immer auf andere warten. Außerdem gibt es einen nahtlosen Übergang von Einsteiger-Übungen bis Fortgeschrittenen-Übungen. Egal was trainiert werden soll, es kann abgedeckt werden. Ich fand das Personal Training extrem hilfreich und werde es mit Sicherheit wiederholen!“

 

Markus Kaufmann, der Deutsche Meister 2016 im MTB-Marathon, hat Anfang 2017 ein Techniktraining bei Andrea gemacht und sieht das Thema so:„Techniktraining ist nicht nur im Olympischen Cross Country wichtig, sondern hat auch im Marathon eine immer größere Bedeutung. Im Marathon sind die Anstiege in der Regel länger, daher auch die Abfahrten. Um sich auf einer Abfahrt erholen zu können, sollte man sich sicher fühlen. Ist man immer am Limit und versucht, den Anschluss zu halten, kommt es leicht zu einem Sturz und die Erholung leidet. Auf Marathons kennt man viele Strecken im Vorfeld nicht und weiß oft nicht, was auf einen zukommt. Daher muss man schnell und sicher reagieren können. Hat man hier die nötige Sicherheit, wird auch kaum etwas passieren. Das Techniktraining mit Andrea hat zwar nur zwei Stunden gedauert, aber sie hat mir zwei wichtige Dinge mitgegeben. Erstens die Kurventechnik mit Gewichtsverlagerung und vorausschauendem Blick. Zweitens, wie ich hohe Absätze mühelos bezwinge. Allein diese beiden Tricks haben mir deutlich mehr Sicherheit bei der Cape Epic vermittelt.“