Urlaub mit dem Bike

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Was gilt es zu beachten, wenn du mit dem Bike verreist?

Menschen, die den toMotion-Newsletter abonniert haben, sind in der Regel keine ausgewiesenen Couch-Potatoes. Damit sind Aktiv-Urlaube mit dem Bike sicherlich für den einen oder anderen ein Thema. Grund genug, dass wir in unserem Newsletter mal der Frage nachgehen, was es bei Reisen mit dem Bike zu beachten gilt. Wobei es da eine Menge Varianten gibt: fahre ich direkt von zuhause los und unternehme eine mehrtägige oder gar mehrwöchige Urlaubstour auf dem Bike? Oder transportiere ich mein Bike zunächst mit dem Auto, der Bahn oder gar dem Flugzeug an einen anderen schönen Ort auf dieser Welt? Auch dort kann man dann entweder mehrere Tage am Stück auf dem Bike unterwegs sein oder man unternimmt von einem festen Standort aus Tagestouren. Die Anforderungen an die Ausrüstung variieren natürlich dementsprechend. Andrea und Claudia Potratz, die über viele Jahre hinweg umfangreiche Erfahrungen mit Bikereisen sammeln konnten, haben zu diesem Thema eine ganze Reihe Tipps für dich. Weiterer Input kommt von diversen Teammitgliedern, von denen wir wissen, dass sie ihre Urlaube oft und gerne auf dem Rad verbringen.

  

Ein Bike-Urlaub macht nur dann Spaß, wenn du danach erholt und mit vielen schönen Erinnerungen nach Hause zurückkehrst. Ein schmerzender Allerwertester, Muskelkater und Verspannungen passen da eher nicht ins Bild. Wobei auch die nach einigen Tagen vorbei sind – aber man muss sich eben erst einmal durchkämpfen und sich überwinden, am nächsten Tag doch wieder aufs Rad zu steigen. Vorbeugen kannst du, indem du vor dem Urlaub regelmäßig mit dem Bike unterwegs bist und dabei auch längere Strecken zurücklegst. Dann werden Muskelkater und Druckstellen am Po kein Thema für dich sein und du kannst deinen Urlaub vom ersten Tag an genießen. Hilfreich ist auch ein bequemer Sattel – vor dem Urlaub solltest du das ultraleichte Race-Modell gegebenenfalls gegen einen etwas ergonomischer geformten Sattel austauschen.

Hilfreich ist es natürlich auch, wenn dein Rad von der Sitzposition her optimal auf dich eingestellt ist. Falls du beim Biken regelmäßig Schmerzen in Nacken, Rücken, den Händen oder an sonstigen Körperteilen bekommst oder ein Taubheitsgefühl auftritt, solltest du deine Sitzposition in einem Bike-Fitting überprüfen lassen. Das macht nicht nur das Biken wesentlich angenehmer, sondern erhöht auch deine Leistungsfähigkeit, weil du mit der optimalen Ergonomie deine komplette Leistung auch wirklich aufs Pedal bringst. Ein Bike-Fitting kannst du bei toMotion jederzeit vornehmen lassen. Weitere Informationen zu diesem Thema findest du in dem Beitrag „Bike-Fitting – perfekte Einstellung für mehr Leistung und weniger Beschwerden“ aus unserem Newsletter Nr. 04-2016 (zu finden im toMotion-Archiv: www.tomotion-gmbh.de/GmbH/Archiv).

Planst du eine mehrtägige Biketour, solltest du dein Gepäck auf ein Minimum reduzieren. Alles, was du brauchst, muss in einem Rucksack und/oder in Satteltaschen verstaut werden und bedeutet zusätzliches Gewicht, das vorwärts bewegt werden muss. Anstelle eines dritten und vierten Kleidungssatzes ist es daher sinnvoller, etwas Waschmittel dabei zu haben. Wir haben die Erfahrung gemacht, dass ein Unterhemd aus Merinowolle tagelang frisch riecht, auch wenn du geschwitzt hast. Dieses Material ist nicht ganz billig, aber für eine längere Biketour lohnt sich die Anschaffung allemal. Als Oberbekleidung sind feuchtigkeitstransportierende, leichte und schnell trocknende Synthetik-Materialien optimal. Natürlich dürfen eine Regenjacke, Regenhose und ggf. Überschuhe bei deiner Ausstattung nicht fehlen.

Für dein Bike empfiehlt Andrea, auf die Reise folgende Grundausstattung mitzunehmen:

  • Minitool mit allen wichtigen Werkzeugen
  • Kettennieter
  • Kettenschloss
  • Ersatzschlauch
  • Flicken
  • Maxalami (bei Tubeless-Fahrern)
  • Pumpe
  • Schaltauge
  • Etwas Panzertape
  • Ein paar Kabelbinder
  • Bremsbeläge

Markus Spier (auf dem Bild ganz rechts) hat im Urlaub fast immer sein Bike dabei. Hier beim toMotion Alpencross im Jahr 2016 – allerdings ganz komfortabel mit Begleitfahrzeug, so dass er sich unterwegs auf einen Tagesrucksack beschränken konnte: „Als ich mal einen Platten am Hinterreifen hatte, wollte ich mit Maxalami flicken, doch ich hatte sie vergessen. Also musste ich mühsam einen Schlauch einziehen. Bei einer anderen Reise ist einem Freund die Kette gerissen. Er hatte keinen Kettennieter dabei – gut, dass ich ihm mit einem passenden Tool aushelfen konnte.“

Tipp von Max Friedrich, der bereits viele Fernreisen mit dem Rad unternommen hat, unter anderem nach Südafrika: „Man sollte die Rolle Panzertape bzw. das Packband nicht im Handgepäck mitnehmen. Die habe ich schon oft abgenommen bekommen. Gleiches gilt für Werkzeuge (Multitools!) oder Radteile (z.B. Pedale).“

Auch bei den Nahrungsmitteln und Getränken solltest du dich auf das Wesentliche konzentrieren. Natürlich brauchst du unterwegs genügend Flüssigkeit – wobei es sicherlich möglich ist, deine Flaschen oder den Trinkrucksack von Zeit zu Zeit aufzufüllen. Nimm einfach etwas isotonisches Getränkepulver in einer Plastiktüte mit. So kannst du dem Wasser Geschmack und den nötigen Energiegehalt verleihen. Ansonsten würden wir dir empfehlen, nur einen gewissen Vorrat an Riegeln und/oder Gels einzupacken, da du diese unterwegs nicht ohne weiteres nachkaufen kannst. Abgesehen davon wirst du deine Hauptmahlzeit sowieso am Abend einnehmen, wenn du dein Etappenziel erreichst hast. Und im Notfall findest du unterwegs sicherlich einen Laden oder eine Tankstelle, um dir einen Energieschub zu besorgen.

Damit du all diese Dinge wasserdicht verpackt und möglichst wenig störend transportieren kannst, solltest du dir einen hochwertigenRucksack und ggf. Satteltaschen anschaffen. Gute Erfahrungen haben wir mit den Rucksäcken von Evoc und den Satteltaschen von Ortlieb gemacht. Sinnvoll ist es, wenn du bereits vor deiner Reise einige Trainingseinheiten mit Gepäck durchführst, damit sich dein Körper an das zusätzliche Gewicht gewöhnen kann. Aber grundsätzlich gilt natürlich: weniger ist mehr. Alles, was du einpackst, musst du mit dir herumschleppen. Nimm daher lieber ein paar zusätzliche Not-Euros mit - die sind leicht und vielseitig einsetzbar.

   

Um dich auf deiner Biketour zu orientieren, kannst du ganz traditionell auf Kartenmaterial in Papierform zurückgreifen. Karten sind unterwegs aber recht umständlich zu handhaben. Einfacher ist die moderne Variante mit einem GPS-Gerät. Zur Vorbereitung deiner Tour kannst du dir die Tracks auf dein Gerät laden und fährst dann unterwegs „nach Navi“. Trotzdem ist es ratsam, immer eine Karte dabei zu haben – erstens für die Orientierung, zweitens für den Fall, dass dein GPS-Gerät mal Probleme macht.

Ralph Nöth, der oft und gerne Bikepacking betreibt, empfiehlt für längere Touren den Routenplaner „Komoot“, mit entsprechenden Einstellungen fürs "Verkehrsmittel" MTB: „Große Hauptverkehrsstraßen werden meist recht clever umfahren. Mit Komoot bin ich  oft auf guten, meist menschenleeren Radwegen und Nebenstraßen unterwegs. Und das gefühlt ewig.“

Was aber, wenn deine Reise nicht direkt von zuhause aus losgeht, sondern an einem anderen Ort bzw. in einem anderen Land stattfinden soll? Dann musst du dein Bike zunächst dorthin transportieren. Bei einer Reise mit dem PKW brauchst du – falls dein Auto nicht so groß ist, dass du dein Bike darin verstauen kannst – einen passenden Radträger. Dieser dürfte bei den meisten Bikern bereits vorhanden sein, trotzdem hier noch einige kurze Informationen dazu. Bei Radträgern gibt es unterschiedliche Modelle. Manche werden auf dem Dach des PKW montiert, andere am Heck. Zu beachten ist, dass nicht jeder Radträger auf jeden PKW passt. Schau also genau hin, welches Modell zu deinem Auto passt, vor allem, falls du den Träger gebraucht kaufst. Die meisten Modelle sind inzwischen abschließbar, was natürlich wichtig ist. Dachträger haben den Vorteil, dass sie beim Öffnen der Heckklappe nicht stören. Dafür ist es mühsamer, das Bike aufs Autodach zu heben, als es auf einem in Knie- oder Oberschenkelhöhe montierten Heckträger zu befestigen. Transportierst du mehrere Fahrräder, kannst du die Lenker drehen und in Längsrichtung fixieren, damit die Räder gut nebeneinander passen. Wird es trotzdem eng, kannst du auch noch die Pedale abmontieren. Die Werkzeugtasche solltest du sicherheitshalber entfernen, ebenso wie Flaschen, die eventuell noch in den Flaschenhaltern stecken. Achte darauf, dass dein Bike auf dem Radträger gut befestigt ist, sonst kann es böse Unfälle geben.

Bei einer Flugreise muss dein Bike gut verpackt sein, damit es sicher und unbeschädigt am Zielort ankommt. Da kommt einerseits ein Karton in Frage, wie man ihn bei jedem Radgeschäft bekommen kann (bei denen sind die Kartons in der Regel Altpapier). Es gibt für den Transport von Fahrrädern auch spezielle Biketaschen oder -koffer, die in der Anschaffung jedoch nicht ganz günstig sind. Ein Vorteil der Taschen: sie haben Rollen. In der Regel muss das Bike für den Transport zerlegt werden. Sinnvoll ist es, den Rahmen mit einer Decke zu umwickeln, damit er von dem ebenfalls in der Tasche oder dem Karton verstauten Zubehör nicht beschädigt wird. Bei Flugreisen muss ein Fahrradtransport immer vorher angemeldet werden und in der Regel entstehen auch Zusatzkosten. Erkundige dich daher immer vorab bei der Fluglinie nach den Transportbedingungen für Fahrräder und halte dich an die Vorgaben, sonst geht die Umpackerei am Flughafen los oder du musst einen saftigen Aufpreis bezahlen!

Max Friedrich: „Ich bevorzuge den Fahrradkarton. Eine Tasche wiegt i.d.R. schon locker 10 kg. Dann kann man nur noch das Rad reinpacken und ist damit schon an der Gewichtsgrenze. Außerdem habe ich keinen Ärger mit einer evtl. beschädigten Tasche und es passen auch noch eine Standpumpe und Ersatzlaufräder rein. Am Zielort kann man den Karton schön zusammenfalten und z.B. unters Bett schieben.“

Sabine Loacker, die mit ihrem Bike unter anderem bereits in den USA und Südafrika war: „Mir ist das Mitnehmen vom eigenen Rad mit dem Flugzeug fast zu stressig. Da würde ich bei Fernreisen – wenn möglich - am Urlaubsort lieber ein Rad ausleihen, das ist stressfreier und risikoärmer. Allerdings ist es dann wichtig, die eigenen Pedale und den eigenen Sattel mitzunehmen.“

Zur Idee von Sabine noch folgender Hinweis von Andrea: wer daheim ein High-End Mountainbike fährt, läuft Gefahr, von der Qualität eines Mietbikes enttäuscht zu sein.  Das Ausleihen von Rennrädern ist hingegen in der Regel problemloser, da Miet-Rennräder oft hochwertiger sind als Miet-MTBs. Das solltest du bedenken, bevor du dich entscheidest, ob du auf eine Fernreise dein eigenes Fahrrad mitnimmst oder dir vor Ort eines leihst.

Am kompliziertesten ist unserer Erfahrung nach der Transport von Bikes mit der Bahn. In Deutschland können Fahrräder nur in bestimmten Zügen mitgenommen werden - oft sind dies die langsameren Regionalzüge. Wenn du dir die Mühe machst, dein Rad komplett zu zerlegen und zu verpacken, kannst du es ggf. auch in Zügen ohne Fahrradabteil als „normales“ Gepäckstück mitnehmen. Grundsätzlich hast du dann aber das Problem, dass du beim Umsteigen neben mehreren Satteltaschen auch noch eine Tasche oder einen Koffer mit deinem Rad zu transportieren hast. Und wo lagerst du das Gepäckstück, in dem dein Bike verpackt ist, dann am Zielort? Also vielleicht doch lieber auf die Züge mit Fahrradabteil beschränken... Das Beispiel Schweiz zeigt, dass es auch anders gehen kann: dort hat so gut wie jeder Zug ein Fahrradabteil. Ein Traum für uns Biker!

Wenn du mit deinem eigenen Bike verreist, sollte es auf jeden Fall versichert sein. Nicht überall gibt es einen abgeschlossenen Raum, in dem du dein Fahrrad nachts unterstellen kannst. Hast du eine Hausratversicherung, kannst du dein Bike gegen einen gewissen Aufpreis mitversichern lassen. Aber es gibt auch separate Fahrradversicherungen. Frag doch mal deinen Versicherer. Wichtig ist natürlich auch ein gutes Schloss, mit dem du dein Rad nachts und auch bei Zwischenstopps tagsüber effektiv sichern kannst. Wir haben gute Erfahrungen mit Kryptonite-Schlössern gemacht. Grundsätzlich gilt: je sicherer, desto schwerer. Ein leichtes Schloss reicht zum Beispiel bei Tagestouren aus, wenn man ein einfaches Davonfahren verhindern möchte. Nachts solltest du dein Fahrrad mit aufs Hotelzimmer nehmen oder in einem abgeschlossenen Raum unterbringen können. Sonst ist ein stabileres und damit auch schwereres Schloss ratsam. Mache deine Entscheidung bezüglich des Schlosses auch von deinem Urlaubsziel abhängig.

Zu guter Letzt noch ein Hinweis. Wenn du eine größere Tour planst, z.B. eine Alpenüberquerung, dann macht es Sinn, dich auch trainingsmäßig gezielt darauf vorzubereiten (nähere Infos dazu gibt es in dem Alpencross-Betrag unseres Newsletters Nr.  06-2017 unter www.tomotion-gmbh.de/GmbH/Archiv). In diesem Fall solltest du überlegen, ob ein Trainingsplan für dich in Frage kommt, der auf dein Vorhaben abgestimmt ist. So kannst du in der dir zur Verfügung stehenden Trainingszeit gezielt auf deine Tour hinarbeiten und wirst anschließend im Urlaub spürbar mehr Freude haben. Sprich uns doch einfach mal darauf an – toMotion ist schließlich Spezialist für Trainingsplanung.

Was auch immer du für deinen nächsten Urlaub planst: wir wünschen dir ganz viel Spaß bei der Vorbereitung und gutes Gelingen für deine Tour!