Rennplanung – was gilt es zu beachten?

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Mit frühzeitiger Planung zum Erfolg

Wer dem Mountainbike-Virus erlegen ist und irgendwann auch damit beginnt, Rennen zu fahren, wird bald seine ganz eigenen Vorlieben entwickeln. Hast du einfach Spaß daran, Rennen zu fahren und möchtest den Nervenkitzel während der Saison gerne so oft wie möglich erleben? Oder geht es dir eher darum, bei bestimmten Rennen eine Top-Leistung abzurufen und das für dich bestmögliche Ergebnis einzufahren? Darüber solltest du dir im Klaren sein, bevor du mit der Rennplanung für die kommende Saison beginnst. Denn von deinem Rennkalender hängt dein Training in den Wochen und Monaten zuvor ab – oder sollte es zumindest. Andrea Potratz, Cheftrainerin des Mountainbike-Teams toMotion Racing by black tusk, hat für dich einige Tipps zu diesem Thema.

  

Grundsätzlich gilt: früh mit der Planung für die nächste Saison zu beginnen, zahlt sich aus. Einerseits in Euro und Cent, denn bei vielen Rennen gibt es Rabatte für Frühanmelder. So kann man in manchen Fällen beim Startgeld bis zu 50 Prozent sparen, wenn man sich frühzeitig anmeldet. Außerdem gibt es bei vielen Rennen Teilnehmerlimits, die ärgerlicherweise gerade bei tollen Streckenführungen oder anderen Dingen, die ein Rennen attraktiv machen, oft schnell erreicht sind. Wer sich frühzeitig anmeldet, ist sicher mit dabei.

Ein ganz wichtiger Punkt ist die Trainingsgestaltung. Eine Vorliebe für Cross Country-Rennen oder Marathons kristallisiert sich bei den meisten schon früh heraus. Trotzdem macht es im Hinblick auf dein Training einen Unterschied, ob du auf Kurzstrecken-Marathons hin trainierst oder bei deinen Rennen lieber die langen Distanzen in Angriff nimmst. Vielleicht möchtest du in der kommenden Saison auch mal an einer für dich ungewohnten Disziplin schnuppern? Dann ist es sinnvoll, das schon eine ganze Weile im Voraus zu planen, um dein Training auf die neuen Herausforderungen abzustimmen.

Wer seine Rennen hauptsächlich zum Spaß fährt, hat bei seiner Rennplanung (fast) freie Hand. Natürlich lohnt es sich im Hinblick auf Teilnehmerlimits und Frühbucherrabatte auch hier, frühzeitig mit der Planung zu beginnen. Aber da du nicht auf bestimmte Saison-Highlights hin trainierst, kannst du während der Woche regenerieren, um am Wochenende ausgeruht im Rennrausch zu schwelgen. Dabei sein und Spaß haben ist alles!

  

Vielleicht nutzt du die Winterpause, um dich im Kreise deiner Teamkollegen von toMotion Racing by black tusk oder in anderen Mountainbike-Communities umzuhören, welche Rennen Spaß machen? Da gibt es oft tolle Geheimtipps mit wunderschönen Streckenführungen, wenig Teilnehmern und/oder einer super Organisation.

Anders sieht es aus, wenn du es ernst meinst. Möchtest du bei bestimmten Rennen auf den Punkt fit sein und ein Maximum an Leistung abrufen? Dann solltest du dich auf zwei bis drei Saison-Highlights pro Jahr beschränken. Wenn ein solcher Höhepunkt ansteht, möchtest du topfit ins Rennen gehen. Definierst du für dich selbst bestimmte Saisonhöhepunkte und fährst bei diesen auf Platzierung, führt kein Weg an konsequentem, gezieltem Training vorbei. Also hat dies in den Wochen zuvor oberste Priorität. Natürlich kann es in der Vorbereitungszeit auch das eine oder andere Trainingsrennen geben, das dann jedoch einen anderen Fokus hat. Bei einem Trainingsrennen schnupperst du Rennluft, lernst mit der mentalen Belastung umzugehen und sammelst intensive Trainingskilometer. Dein Trainingsplan nimmt aber keine Rücksicht auf dieses Rennen, d.h. vielleicht stehst du dort auch mit müden Beinen am Start. Macht nichts, denn das Rennen ist Teil deines Trainings und macht dich fit für dein persönliches Saison-Highlight!

  

Deine Saisonhöhepunkte sollten dabei genügend Abstand zueinander haben oder aber ganz dicht beieinander liegen. Eine Maximalform kann man nicht beliebig lange konservieren. Hast du im Rennen deine maximale Leistung abgerufen, musst du zunächst einmal einige Tage regenerieren. Wenn du gleich am folgenden Wochenende noch einmal auf Platzierung fährst, wird das vermutlich funktionieren. Doch dann sollte eine mehrwöchige Phase folgen, in der du gut regenerierst und mit gezieltem Training auf den nächsten Saisonhöhepunkt hinarbeitest.

  

Ein nicht zu unterschätzender Faktor ist auch die mentale Belastung der Rennen. Vor allem wenn du ehrgeizige Ziele hast, ist der mentale Druck oft sehr hoch. Kann ich gerade heute meine maximale Leistung abrufen? Reicht sie, um gegen die Konkurrenz in meiner Alterskategorie zu bestehen? Komme ich mit der Streckenführung klar und habe ich sowohl die Ausdauer als auch das technische Können, um bei diesem Rennen erfolgreich zu sein? All diese Überlegungen zehren an deiner Energie – nicht umsonst steht vor allem im Spitzensport Mental-Training mit auf dem Trainingsplan, um mit solchen Belastungen besser umzugehen. Wer zu viele Rennen fährt, läuft Gefahr, in eine mentale Erschöpfung zu rutschen, eine Art Burnout. Dann ist der Spaß am Mountainbike und insbesondere an Rennen ganz schnell weg. In solch einem Fall hilft nur noch eine radikale Trainings- und Rennpause, bis du genügend Distanz gewonnen hast und den Mountainbike-Sport mit neuer Energie angehen kannst.

Zum Schluss noch ein Beispiel: ist dein großes Saison-Highlight eine Teilnahme an der Bike Transalp, dann solltest du deine Entscheidung schon sechs bis neun Monate vorher (also im Herbst des Vorjahres) treffen. Nach der Saisonpause wirst du über den Winter zunächst viel Grundlagenausdauer trainieren. Parallel dazu macht ein Kraft-Koordinations-Training Sinn. Später kommen Intervalle und vielleicht auch noch Fahrtechniktraining dazu. Das Training wird dabei auf deine ganz individuellen Voraussetzungen abgestimmt: von welchem Trainingsniveau startest du? Wie viel Trainingszeit kannst du pro Woche investieren? Auf welchem fahrtechnischen Niveau bewegst du dich? Auf jeden Fall macht es Sinn, im Frühjahr das eine oder andere Trainingsrennen mit ähnlichen Distanzen und Geländeprofilen zu fahren, wie sie bei der Transalp zu erwarten sind. Wer möchte, kann bei seiner Trainingsgestaltung auf das Wissen der toMotion-Trainer/innen zurückgreifen. Ein professioneller, individuell auf dich zugeschnittener Trainingsplan kostet nicht die Welt und unterstützt dich dabei, dich auf den Punkt fit zu machen. Sprich doch einfach mal mit uns darüber:

Andrea Potratz

Tel. 08382-947 99 93  bzw. 0160-948 461 29

E-Mail: a.potratz@tomotion-gmbh.de