Körperfett - lästige Polster und wichtige Reserve

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Körperfett ist des einen Leid, des anderen Freud. Vor allem für Ausdauersportler spielt es eine wichtige Rolle und kann sehr effektiv und strategisch eingesetzt werden, wenn wir damit umzugehen wissen. Was es mit dem Körperfett auf sich hat und wie du am besten damit umgehst, erklärt dir Andrea Potratz, approbierte Medizinerin und Geschäftsführerin der toMotion GmbH.

„Mehr als die Hälfte aller Erwachsenen in Deutschland ist übergewichtig“, titelte das Ärzteblatt in einem Beitrag vom April 2019. Darin heißt es, dass 53 Prozent aller Menschen im Alter von über 18 Jahren 2017 einen Bodymaßindex (BMI) von 25 oder darüber hatten, wie vom Statistischen Bundesamt ermittelt und anlässlich des Weltgesundheitstages mitgeteilt wurde. Die WHO stuft Menschen mit einem BMI ab 25 als übergewichtig ein. Der BMI Wert wird berechnet, indem das Körpergewicht in Kilogramm durch das Quadrat der Körpergröße in Metern geteilt wird. Beispiel: eine Frau mit einer Körpergröße von 1,70 Metern und einem Gewicht von 65 Kilogramm hat einen BMI von 22,5 (Berechnung: 65 : (1,7 x 1,7) = 22,5).

Diese Methode ist jedoch nicht wirklich aussagekräftig, weil der BMI nicht unterscheidet, ob das Körpergewicht aus Muskulatur oder Fett besteht, wobei Muskeln sogar schwerer sind als Fett. Die genaueste Methode, um den Körperfettanteil zu ermitteln, ist die Körperfettzange, auch „Caliper“ genannt. Mit dieser Zange wird die Dicke von Hautfalten an verschiedenen Körperstellen gemessen. Auch Alter und Geschlecht werden bei der Berechnung mit berücksichtigt. Die Bestimmung des Körperfettanteils mittels der Hautfalten-Messung ist eine sehr genaue Methode, die vor allem für die Dokumentation von Trainingsfortschritten ideal ist. Bei toMotion kommt die Körperfettzange bei Leistungstests ebenso wie bei einer Ernährungsberatung routinemäßig zum Einsatz.

 

Wir vermuten stark, dass der Prozentsatz an Übergewichtigen bei der Kundschaft und Leserschaft der toMotion GmbH deutlich unter dem Bundesdurchschnitt liegt, trotzdem wird sich der eine oder andere schon Gedanken gemacht haben über das Thema Körperfett. Warum haben wir es? Welche Menge ist notwendig, was ist zu viel?

Funktionen des Körperfetts

Körperfett dient vielen Zwecken: als Energiespeicher, Polster gegen Schläge und Stöße, Hülle gegen Wärmeverlust, als Baustoff von Geweben, Organen und Hormonen sowie als Trägersubstanz für Vitamine und andere wichtige Elemente des Stoffwechsels, um nur einige zu nennen.

Fett als Energiereserve

Nahrungsmangel war eine ständige Bedrohung während der gesamten Entwicklung des Menschen. Ohne Fett als leistungsstarken Energiespeicher wäre die Menschheit schon lange vor der Steinzeit ausgestorben. Überfluss an Nahrung ist hingegen neu in der menschlichen Geschichte, kaum älter als ein Jahrhundert, und auch nur in einigen Gegenden der Welt. Im Überfluss ist der Notmechanismus zu wirksam und baut mehr Fett auf, als benötigt wird, denn die überflüssige Energie wird in Form von Fett als Reserve im Körper eingelagert.

Kritische Perioden im menschlichen Leben

Eine gute Versorgung mit Energie ist besonders wichtig in der frühen Kindheit, in Zeiten von Krankheit und schlecht funktionierender Verdauung, und im fortgeschrittenen Alter. So ist der Babyspeck eine Versicherung gegen eine mögliche, zeitweise Energieknappheit, die das Wachstum gefährden könnte. Im Laufe des Wachstums baut sich das Fett nach und nach ab, bis es im frühen Erwachsenenalter ein Minimum erreicht.

Auch bei Krankheit scheint ein bisschen mehr Körperfett recht nützlich zu sein. In medizinischen Studien wurde beispielsweise nachgewiesen, dass Herzpatienten mit einem etwas höheren Körperfettanteil bessere Überlebenschancen haben als schlanke. In solchen Situationen ist ein starkes Untergewicht von Nachteil.

Muskeln und Fett bei Senioren

Im Alter von sechzig Jahren ist der Körperfettanteil in der Regel höher als mit zwanzig. Der Verlust an Muskelmasse ist somit durch die wachsenden Fettpolster mehr als ausgeglichen worden.

Alter ist keine Krankheit, aber eine Herausforderung, die für den Körper ähnliche Folgen haben kann. Eine davon ist anscheinend die Energieversorgung. Bei Krankheit hat sich etwas mehr Körperfett oft als vorteilhaft erwiesen. Im hohen Alter ist Abnehmen oft ein Zeichen schlechter Gesundheit. Deshalb scheint die Zunahme des Körperfettanteils mit dem Alter ein sinnvoller physiologischer Vorgang zu sein.

Körperfettanteil bei jungen Erwachsenen

Betrachten wir nun aber das frühe Erwachsenenalter, in dem viele von uns sportlich aktiv sind. Hier gilt es, beim Körperfett ein ausgewogenes Gleichgewicht zu finden, das uns genügend Reserven bietet, aber auch nicht mit zu viel Gewicht belastet. Wer im sportlichen Wettkampf nicht mehr Gewicht als benötigt mit sich herumträgt, ist eindeutig im Vorteil. Ein Körperfettanteil von 12 bis 20 Prozent ist bei Männern normal, d.h. gesundheitlich unbedenklich, bei Frauen ist es etwas mehr: 20 bis 25 Prozent. Männliche Leistungssportler, besonders in Sportarten, bei denen das Körpergewicht von Bedeutung ist (z.B. Radsport und Laufen), können sich an einem Körperfettanteil von 10 Prozent oder etwas weniger orientieren. Unter 6 % sollte er aber nicht sinken. Bei Frauen sind 14 bis 17 Prozent optimal, bei ihnen sollte der Wert nicht unter 12 % liegen.

Ein gewisser Körperfettanteil ist notwendig und auch für Leistungssportler wichtig. Denn er liefert Energie, wenn die Kohlenhydratreserven aufgebraucht sind. Dabei kann man dem Körper „beibringen“, seine Körperfettreserven frühzeitig anzuzapfen und damit die Kohlenhydratreserven zu schonen. Ein gezieltes Grundlagenausdauertraining in Verbindung mit der passenden Ernährung bringt die Körperfettverbrennung in Schwung und sorgt dafür, dass der Körper bei Anstrengung frühzeitig auf seine Fettreserven zugreifen kann. Positiver Nebeneffekt: bei sportlicher Betätigung purzeln dann die Pfunde, ohne dass es gleich zu einem „Hungerast“ (also zu einer Unterzuckerung)  kommt.

Wie bei vielen Dingen gilt: auf das richtige Maß kommt es an. Körperfett ist nicht per se schlecht, sondern eine gewisse Menge ist lebensnotwendig und wird in vielen Situationen gebraucht. Ein Zuviel ist jedoch schädlich und verursacht Krankheiten. Wenn du mit deinen Pölsterchen kämpfst und wissen möchtest, wie du dauerhaft dein persönliches Idealgewicht erreichen kannst, dann mach dir doch mal Gedanken über eine toMotion-Ernährungsberatung. Sportler, die ihre Körperfettreserven auf ihre sportlichen Ziele abstimmen wollen, sind mit einer Leistungsdiagnostik und einem toMotion-Trainingsplan gut beraten.

Fragen bzgl. einer Ernährungsberatung, Leistungsdiagnostik oder Trainingsplanung richtest du bitte an

Andrea Potratz, Tel. 08382-9479993 bzw. 0160-94846129, E-Mail: a.potratz@tomotion-gmbh.de