Gipfelstürmerin auf zwei Rädern

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Lindauer Skibergsteigerin Sophia Wessling wird Zweite beim Pfänder Bergzeitfahren

Schnee ist ihr Lebenselixier. Die 17-jährige Skibergsteigerin Sophia Wessling aus Lindau am Bodensee ist erst im Winter so richtig in ihrem Element, wenn sie mit ihren Ski auf dem Rücken steile Hänge erklimmt, um sich anschließend die Abfahrten hinunter zu stürzen. Um in den Wintermonaten Höchstleistungen vollbringen zu können, muss die Schülerin, die im Januar 2020 erstmalig an den Olympischen Winter-Jugendspielen teilnahm, auch im Sommer hart trainieren. Dann steigt sie um auf Rollski, Laufschuhe und Bergstiefel oder holt ihr Rennrad aus dem Keller, um damit ausgedehnte Trainingsfahrten zu unternehmen. Damit das Training nicht eintönig wird, streut Sophia auch gerne mal ein Rennen ein – wie in der vergangenen Woche beim Pfänder-Rennen, einem Bergzeitfahren mit sechs Kilometern Länge und 590 Höhenmetern. Dort errang die Lindauerin mit einer Zeit von knapp 32 Minuten den zweiten Platz bei den Juniorinnen sowie Rang elf im Damen-Gesamtklassement.

„Aufgrund der versetzten Startzeiten fährt man in erster Linie gegen sich selbst bzw. orientiert sich an seiner zuletzt gefahrenen Bestzeit“, erklärt Sophia Wessling. „Somit war ich am Ende mit meiner Zeit von 31:59,5 min sehr zufrieden, was einen zweiten Platz bei sechs Starterinnen in meiner Altersklasse bzw. den elften Platz bei der Gesamtwertung der Damen bedeutete“.  Die Skibergsteigerin, die im Sommer oft und gerne am Pfänderrücken oder im Bregenzerwald trainiert, war während der Grenzschließung nach Österreich zunächst sehr eingeschränkt und musste sich alternative Trainingsrouten in Deutschland suchen. „Im Nachhinein hat sich das keinesfalls als Nachteil herausgestellt“, schmunzelt sie. „Dennoch bin ich sehr froh, mittlerweile wieder an meinem Hausberg, dem Pfänder, trainieren zu können“.

„Sophias starke Leistung beim Pfänder-Rennen zeigt mir, dass wir auf dem richtigen Weg sind“, freut sich auch ihre Lindauer Trainerin Andrea Potratz. „Durch das Home-Schooling der vergangenen Monate war sie zeitlich sehr flexibel und hat konsequent trainiert. Bis zum Beginn der Saison haben wir noch einige Monate Zeit und Sophia wird bestens vorbereitet sein, wenn es wieder losgeht mit den Rennen im Skibergsteigen.“

Im Verlauf des Sommers möchte die junge Athletin gerne noch an dem einen oder anderen Rad- oder Berglaufrennen teilnehmen, sofern diese unter Corona-Rahmenbedingungen überhaupt stattfinden können. Ihr sportlicher Höhepunkt wird in diesem Winter die Weltmeisterschaft im Skibergsteigen in Andorra sein. Des Weiteren stehen die Deutschen Meisterschaften, der Alpencup sowie einige weitere internationale Rennen in Österreich, der Schweiz und Frankreich an. „Ich hoffe sehr, dass diese Wettkämpfe, anders als die EM 2019 in Italien, wieder stattfinden können“, wünscht sich Sophia Wessling.