Sicherheit fürs Bike

Anonymous

Hochwertige Fahrräder gut sichern und versichern

Passionierte und sportlich ambitionierte Radfahrer nennen (im Gegensatz zum „Normalbürger“) oft ein hochwertiges Bike – oder auch mehrere – ihr Eigen. Diese hochwertigen Fahrräder zu schützen, ist eine Herausforderung. Daheim hast du in der Regel einen abschließbaren Aufbewahrungsort für sie – sei es die Garage, der Keller oder im Zweifelsfall auch der Wohnraum. Doch unterwegs sieht das schon anders aus. Wie kannst du dein Rad vor Diebstahl oder – falls es dann doch gestohlen wird – dich selbst vor den hohen Kosten einer Neuanschaffung schützen?

Besonders beliebt bei Dieben sind natürlich teure Fahrräder. Laut polizeilicher Kriminalstatistik wurden in Deutschland im Jahr 2019 278.000 Räder gestohlen. Nur gut die Hälfte davon (155.000) waren versichert. Trotz eines leichten Rückgangs der Fallzahlen liegt der Wert der entwendeten versicherten Räder unverändert bei rund 110 Millionen Euro, da die gestohlenen Räder im Schnitt immer teurer sind. Im Durchschnitt zahlten die Versicherer im vergangenen Jahr 720 Euro pro gestohlenem Bike – im Vorjahr waren es „nur“ 650 Euro, vor zehn Jahren im Schnitt 420 Euro. Die rasante Wertzunahme dürfte auf die steigende Zahl der versicherten E-Bikes zurückzuführen sein. Im Jahr 2019 war bereits jedes dritte verkaufte Fahrrad ein E-Bike. Doch auch hochwertige Rennräder und Mountainbikes, die oft mehrere tausend Euro wert sind, tragen zu dieser Wertexplosion bei.

Eine gute Versicherung lohnt sich

Wenn ein Fahrrad aus verschlossenen Abstellräumen, Kellern oder Wohnungen gestohlen wird, übernimmt die Hausratversicherung – soweit vorhanden – den Schaden. Geklaut wird jedoch meist auf offener Straße. Dagegen kann man sich mit einer Zusatzklausel in der Hausratpolice oder einer separaten Fahrradversicherung versichern. Laut Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) haben von den gut 26 Millionen Hausrat-Policen 47 Prozent eine Fahrradklausel eingeschlossen. Viele Hausratversicherungen haben in den letzten Jahren ihre Leistungen erweitert und umfassen nun auch den Versicherungsschutz der zum Haushalt gehörenden Fahrräder, wenn diese „auf Achse“ sind. Diese Klausel sorgt dafür, dass die Versicherung für einen Fahrraddiebstahl aufkommt, wenn das Fahrrad unterwegs durch ein verkehrsübliches Schloss gesichert wurde. Die Hausratversicherung zahlt daraufhin den Neuwert, jedoch nur bis zu einem vertraglich vereinbarten Höchstbetrag (also z.B. max. 2 % der Versicherungssumme). Dieser Betrag reicht bei hochwertigen Fahrrädern für eine Neubeschaffung aber oft nicht aus.

Für Besitzer hochwertiger Räder oder E-Bikes empfiehlt es sich, eine spezielle Fahrradversicherung abzuschließen. Sie gilt als eigenständige Versicherung und erweist sich vor allem bei teuren und hochwertigen Fahrrädern als sinnvoll. Der Grund: Fahrradversicherungen beinhalten in der Regel höhere Versicherungssummen. Die Entschädigungssumme richtet sich hierbei nicht wie bei der Hausratversicherung nach der Versicherungssumme, sondern nach dem Wert des versicherten Fahrrads. Eine Fahrradversicherung gilt jedoch nur für das jeweilige Rad. Wer weitere Fahrräder versichern möchte, muss dafür separate Verträge abschließen.

Ob E-Bikes im Hausrat mitversichert sind, hängt von der Leistung des Rades ab. Pedelecs oder E-Bikes mit einer Höchstgeschwindigkeit von bis zu 25 Stundenkilometer können in die Hausratversicherung eingeschlossen werden. Für S-Pedelecs mit einer höheren Motorleistung und einer Höchstgeschwindigkeit von bis zu 45 km/h ist hingegen wie für Mofas und Mopeds eine KFz-Haftpflichtversicherung vorgeschrieben.

Bianca Schneider, seit vielen Jahren Teammitglied unseres Mountainbike-Teams toMotion Racing by black tusk, betreibt in Konstanz eine Versicherungsagentur der AXA/DBV. Wenn du dich über Fahrradversicherungen informieren möchtest, kannst du dich gerne an sie wenden:

AXA/DBV Generalvertretung
Bianca Schneider

Telefon: +49 (0)7533/9317 0
Telefax: +49 (0)7533/9317 30

www.axa-betreuer.de/Bianca_Schneider
www.dbv-betreuer.de/Bianca_Schneider-dbv

 

Die Polizei verständigen – aber richtig

Die Aufklärungsquote bei Fahrraddiebstählen ist mit nur 10 % erschreckend niedrig. Um die Polizei im Fall des Falles bei der Aufklärung zu unterstützen, solltest du im Vorfeld folgende Dinge beachten:

  • Hebe die Rechnung über den Fahrradkauf auf.
  • Notiere die Rahmennummer.
  • Notiere dir eindeutige Kennzeichen wie Marke, Farbe, Zubehör etc.
  • Fotografiere das Fahrrad.

Mit diesen Informationen ausgestattet, hat die Polizei die Chance, gestohlene und wieder aufgetauchte Fahrräder ihrem rechtmäßigen Besitzer zuzuordnen.

Gute Schlösser schrecken ab

Die Polizei bemängelt, dass Fahrradbesitzer es den Dieben aufgrund billiger Schlösser oft zu leicht machen. Um das Rad vor Diebstahl zu schützen, sollten Verbraucher also in ein gutes Fahrradschloss investieren. Als Faustregel gilt, dass fünf bis zehn Prozent des Fahrradpreises für ein entsprechend gutes Schloss angemessen sind. Der Grund: Je stabiler das Schloss, desto länger brauchen Fahrraddiebe, um es zu knacken. Da Fahrraddiebe häufig unter Zeitdruck arbeiten, sinkt die Wahrscheinlichkeit, dass das Rad geklaut wird. Diebe nehmen sich im Schnitt keine drei Minuten Zeit, um ein Schloss zu knacken, dann suchen sie das Weite. Grund genug, in ein Schloss zu investieren, das mindestens die kritischen drei Minuten Aufbruchzeit übersteht.

Das Wichtigste an der Sicherung mit einem Schloss ist, das Fahrrad mit dem Rahmen an einem festen Gegenstand (Laterne, Fahrradständer etc.) festzumachen und alle Teile, die sich leicht abnehmen lassen (z. B. Sattel oder Räder, die nur mit Schnellspannern mit dem Fahrrad verbunden sind) entweder selbst abzumontieren und mitzunehmen oder getrennt nochmals mit einem Schloss zu sichern. Auf dem Markt gibt es auch codierte Verschraubungen, die sich nur mit einem Spezialwerkzeug öffnen lassen – damit ist es dann nicht mehr notwendig, die abnehmbaren Teile separat zu sichern.

 

Foto: Sandro Bolognesi                                                                          Foto: Markus Spiske

Fahrradschlösser gibt es in vielen Varianten, aber nicht alle bieten ausreichend Sicherheit. Bügelschlösser sind in puncto Aufbruchsicherheit die beste Wahl. Die Bauart mit gehärtetem Stahlbügel und einem darauf gesteckten Schlosselement erlaubt eine Konstruktion ohne Schwachstellen. Mit mindestens 900 Gramm sind sie gerade noch „rucksacktauglich“. Durch die starre Konstruktion und die feste Bügelweite sind die Anschließmöglichkeiten jedoch auf Schildermasten und Radständer begrenzt. Laternenpfähle oder Bäume sind oft nicht geeignet.

Abus Granit XPlus 540, Testsieger bei den Bügelschlössern im Test 2020 des Mountainbike Magazins.

Faltschlösser hingegen bieten eine vergleichbare "Anschlussfähigkeit" wie Ketten, da sie ähnlich einem Zollstock aus beweglich miteinander verbundenen Flachstahlstäben bestehen. Diese Konstruktion bietet zwar eine etwas geringere Aufbruchsicherheit als die der Bügelschlösser, macht die Faltschlösser jedoch leichter handhabbar.

Abus Bordo Granit XPlus 6500, Testsieger bei den Faltschlössern im Test 2020 des Mountainbike Magazins

Kabel- und Kettenschlösser sind aufgrund ihrer Flexibilität sehr beliebt, bieten aber nur bei hohem Materialaufwand und folglich sehr hohem Gewicht (bis zu 5 kg) die nötige Sicherheit. Daher kommen sie für die mobile Anwendung kaum in Frage. Schwächeren Kabelschlösser schützen dein Rad höchstens davor, dass ein Passant es sich mal kurz „ausleiht“, um es nach Gebrauch in irgendeinem Gebüsch liegen zu lassen.

 

Litelok Gold Wearable: Beispiel für ein Bandschloss, das laut Hersteller wie ein Gürtel um die Hüfte geschnallt und so mitgeführt werden kann.

Das Mountainbike Magazin hat Anfang 2020 einen Fahrradschloss-Test durchgeführt, bei dem verschiedene Schlösser (12 Bügel-, 7 Falt- und 4 weitere Schlösser) auf ihre Aufbruchsicherheit und ihre Handhabung hin getestet wurden. Preislich lagen sie zwischen 20 und 150 Euro, beim Gewicht zwischen 69 Gramm und knapp 2 Kilogramm. Hier der Link zum Test: https://www.mountainbike-magazin.de/zubehoer/test-20-fahrradschloesser-12-buegel-und-8-faltschloesser/

Eine Möglichkeit, sein Fahrrad rund um die Uhr bewachen zu lassen, sind GPS-Tracker, z.B. von Spybike.  Sie sind nicht ganz günstig, aber sehr effektiv. Gut versteckt im Vorbau oder getarnt als Rücklicht, schlägt das System Alarm, wenn das Fahrrad entwendet wird, und sendet eine Alarm-SMS an den Besitzer. Der GPS-Tracker übermittelt darüber hinaus den aktuellen Standort in Echtzeit auf einen Trackingserver. Der Besitzer kann dadurch die Position seines Bikes online verfolgen und die Polizei informieren.

 

Es lohnt sich also durchaus, dass du dich mit dem Thema „Sicherheit für dein Bike“ fundiert auseinander setzt und – gerade wenn du stolzer Besitzer eines hochwertigen Fahrrads bist - gegebenenfalls eine angemessene Summe in ein sicheres Schloss und eine Fahrradversicherung investierst. Denn kaum etwas ist ärgerlicher, als sich mit den Risiken und Nebenwirkungen eines gestohlenen Fahrrads auseinandersetzen zu müssen…