Paprika - die Qual der Wahl

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Sie kommt in vielen verschiedenen Farben und Formen daher: die Paprika. Und in höchst unterschiedlichen Schärfegraden. Denn feurige Chilis gehören ebenso zur Pflanzengattung der Paprika wie die milden Gemüsepaprika.Allgemein unterscheidet man zwischen Gewürzpaprika, die durch ihren hohen Capsaicin-Gehalt relativ scharf schmecken, und Gemüsepaprika, die nur wenig Capsaicin enthalten.

Paprika (Capsicum) gehören, ebenso wie beispielsweise Tomaten, Auberginen und Kartoffeln, zur Familie der Nachtschattengewächse. Die verschiedenen Farben der Paprika spiegeln den Reifegrad des Gemüses wider: Im unreifen Zustand sind alle Paprika grün, werden mit zunehmendem Reifegrad aber gelblicher oder rötlicher und damit auch süßlicher im Geschmack.

 

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Egal ob rot, gelb oder grün, die Inhaltstoffe der Paprika unterscheiden sich nur wenig voneinander. Alle Paprika haben kaum Kalorien, je nach Reifegrad bringen es 100 Gramm Paprika gerade einmal auf 19 bis 28 Kilokalorien. Doch Paprika sind nicht nur gesund, weil sie kaum Kalorien haben, sondern auch wegen ihrer Inhaltsstoffe. So besitzt die Paprika große Mengen an Kalium, Magnesium, Zink und Calcium. Außerdem ist sie reich an Vitaminen. Neben A- und B-Vitaminen ist in Paprika besonders viel Vitamin C enthalten. In roten Paprika ist der Vitamin C-Gehalt im Vergleich zu andersfarbigen Paprika besonders hoch. Während 100 Gramm grüne Paprika etwa 140 Milligramm Vitamin C enthalten, sind es bei einer roten Tomatenpaprika etwa 400 Milligramm. Damit zählt die Paprika zu den Vitamin C-reichsten Nahrungsmitteln überhaupt.

Für die Schärfe der Paprika ist der Stoff Capsaicin verantwortlich. Durch Capsaicin werden die Geschmacksnerven auf der Zunge nicht gereizt, sondern es wird ein Hitze- und Schmerzreiz ausgelöst. Die Schärfe von Paprika wird mithilfe des Scoville-Index bestimmt. Er gibt den Capsaicin-Gehalt in der jeweiligen Frucht an. Eine normale Gemüsepaprika wird auf dieser Skala als mild eingestuft, als pikant gelten Kirschpaprika oder Peperoni, als mittelscharf sind Jalapenos und als scharf Cayenne-Pflanzen eingeordnet.

 

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Seit man Anfang des 19. Jahrhunderts den Wirkstoff Capsaicin entdeckte, wird ihm von wissenschaftlicher Seite aus ein großes Interesse entgegengebracht. Anderen, nicht scharfen Capsaicinoide wurde jedoch lange gar keine Aufmerksamkeit geschenkt. Sie schmecken zwar nicht scharf (wirken also nicht auf die Schmerzrezeptoren im Mund), aktivieren aber Schmerzrezeptoren im Darm und könnten damit als Wirkstoffe in der Schmerzbehandlung interessant sein.

Paprika aus konventionellem Anbau sind leider oft stark mit Pestiziden belastet. Daher empfiehlt es sich, Bio-Paprika zu kaufen. Als Gemüse kann die Paprika sowohl roh als auch gefüllt, gedünstet oder gebraten verwendet werden. Ein besonders beliebtes Gericht in Deutschland sind gefüllte Paprika mit Reis oder Hackfleisch. Anstatt mit Hackfleisch kann man die Paprika alternativ auch mit Gemüse und Schafskäse füllen. Auf unserem Ernährungskärtchen Nr. 86 findest du ein Rezept für eine Ajvar-Würzpaste, die in der Küche vielfältig einsetzbar ist.