Kartoffeln – basisch, gesund und sehr lecker!

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Die Kartoffel gehört zu den Nachtschattengewächsen und stammt ursprünglich aus dem Hochland Südamerikas. Die leckere Knolle reiste 1526 im Gepäck des spanischen Eroberers und Entdeckers Pizarro erstmals nach Europa. Dort wurde sie anfangs argwöhnisch beäugt. Viele Menschen verdarben sich den Magen, weil sie anstatt der Knolle die giftigen oberirdischen Pflanzenteile verzehrten. Danach wurde die Kartoffel lange Zeit nur als Zierpflanze genutzt. Erst 1770 erkannte man ihren wahren Wert, als nach Ende des Siebenjährigen Krieges eine große Hungersnot herrschte und man sich an die Kartoffel erinnerte. Danach nahm die Bedeutung des Kartoffelanbaus in Europa enorm zu.

 

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Weltweit existieren etwa 5000 Kartoffelsorten, von denen in Deutschland jedoch nur 180 zum Anbau zugelassen sind. Denn neben der bei uns gängigen gelben Kartoffel gibt es sie auch in roter, violetter und blauer Farbe. Aus ernährungsphysiologischer Sicht sind vor allem die farbigen Kartoffeln interessant, denn vor allem in violetten und blauen Knollen ist der Gehalt an Antioxidantien deutlich höher als bei ihrer gelben Schwester. Antioxidantien sind sekundäre Pflanzenstoffe, die entzündungshemmend und antioxidativ wirken. Damit verhindern sie Zellschäden, senken das Krebs- und allgemeine Erkrankungsrisiko und hemmen den Alterungsprozess.

 

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Kartoffeln selbst machen nicht dick. Sie enthalten lediglich 69 kcal pro 100 Gramm und damit weniger Kalorien als Reis oder Nudeln. Da sie jedoch häufig in stark verarbeiteter Form und unter Beigabe von viel Fett verzehrt werden, können sie durchaus zur Kalorienbombe werden.

 

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Im Vergleich zu anderen Obst- und Gemüsesorten liegt der Vitamin C-Gehalt der Kartoffel zwar bei nur ca. 17 mg/100 g. Trotzdem bietet sie sich als gute Vitaminquelle an, denn aufgrund der größeren Verzehrmengen liefert sie dem Körper eine gegebenenfalls höhere Vitaminmenge als zum Beispiel eine Vitamin-C-reichere Zitrone.

Die im Vergleich zum Natrium hohe Konzentration des Mineralstoffes Kalium sorgt für eine sanfte Entschlackung und für die Ausleitung überschüssiger Flüssigkeit über die Nieren. Auch der Blutdruck profitiert von hohen Kaliumwerten. Nicht zuletzt aufgrund dieses Kaliumüberschusses wird die Kartoffel zu den basischen Lebensmitteln gezählt.

Was immer wieder Stoff für Diskussionsstoff sorgt ist die Frage, ob die rohe Kartoffel bzw. ihre Schale giftig sind. Beides ist nicht richtig. Rohe Kartoffeln sind zwar etwas schwerer verdaulich, aber nicht giftig. Problematisch wird es, wenn sich Kartoffeln bereits grün verfärbt oder ausgetrieben haben, denn dann hat sich in der Kartoffel bereits giftiges Solanin gebildet. Selbst das Wegschneiden von grünen Stellen schützt nicht vor einer Solaninaufnahme, da sich das Solanin unter Lichteinwirkung auch an Stellen in der Kartoffel bilden kann, wo noch kein Chlorophyll ersichtlich ist. Auch übersteht das Solanin zu einem gewissen Teil den Kochprozess, so dass auch Kochen hier keine Lösung darstellt.

Abgesehen davon, dass du Kartoffeln mit grünen Stellen nicht mehr kaufen bzw. verzehren solltest, ist es außerdem empfehlenswert, nur zu unbehandelten Kartoffeln zu greifen. Konventionell erzeugte Kartoffeln werden oft mit Chemikalien besprüht, die ein vorzeitiges Austreiben der Kartoffel verhindern sollen. Nur bei Bio-Kartoffeln kannst du sicher sein, dass keine sogenannten Keimhemmer verwendet wurden.

Ein leckeres, kalorienarmes Rezept für Kartoffel-Kräuter-Waffeln findest du auf unserem Ernährungskärtchen Nr. 87.

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