Grüntee - der sanfte Wachmacher

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Grüntee klingt nach Fernost und erinnert uns an China und Japan, wo Teezeremonien seit Jahrhunderten einen festen Platz in der Landeskultur haben. Doch auch in Europa erfreut sich grüner Tee zunehmender Beliebtheit, und das mit Recht. Denn richtig zubereitet, schmeckt Grüntee nicht nur wunderbar, sondern er unterstützt auch auf sanfte Weise unsere Gesundheit.

Grüntee wird aus denselben Rohstoffen hergestellt wie Schwarztee (die Triebspitzen der Teepflanze), die Herstellungsweise unterscheidet sich jedoch. Beim Grüntee wird der Fermentationsprozess durch Erhitzen unterbrochen, so dass die grüne Farbe und vor allem auch die gesunden Wirkstoffe der Teeblätter weitgehend erhalten bleiben. 

 

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Grüner Tee enthält Koffein, ist in seiner Wirkung jedoch deutlich verträglicher als Kaffee und schwarzer Tee. Das Besondere am Koffein in grünem Tee ist, dass es durch sogenannte Gerbstoffe gebunden wird und seine Wirkung dadurch langsamer entfaltet. Der Koffein-Schub im Kaffee kommt schnell, ist aber genauso schnell wieder dahin. Im grünen Tee wirkt das Koffein zwar langsamer, hält dafür aber länger an.

Die Gerbstoffe im grünen Tee sorgen nicht nur dafür, dass das Koffein langsamer und gleichmäßiger in deinem Körper freigesetzt wird, sondern unterstützen auch Magen und Darm. Zudem enthält Grüntee eine große Menge Flavonoide. Diese senken das Risiko von Herz-Kreislauf-Erkrankungen, stärken dein Immunsystem und beugen Krebserkrankungen vor.

Sowohl grüner als auch schwarzer Tee enthalten viele Mineralstoffe und Spurenelemente. Sie gehören beispielsweise zu den wenigen Nahrungsmitteln, die den Körper auch mit Fluoriden versorgen und damit dazu beitragen, deinen Zahnschmelz zu härten und Karies vorzubeugen.

Damit Grüntee wohlschmeckend wird und seine gesundheitliche Wirkung voll entfalten kann, gilt es bei der Zubereitung ein paar Dinge zu beachten:

  1. Verwende maximal elf bis 13 Gramm Teeblätter pro Liter Wasser. Loser Tee ist dabei empfehlenswerter als Teebeutel.
  2. Lasse das Wasser für deinen Tee nicht kochen, sondern gieße ihn mit einer Wassertemperatur von 70 bis 80 °C auf. Für besonders hochwertige japanische Grüntees werden manchmal sogar nur 60 °C empfohlen. Achte auf die Packungsangaben.
  3. Lasse deinen Tee nicht zu lange ziehen, damit nicht zu viele Gerbstoffe freigesetzt werden. Eine Ziehzeit von 60 bis maximal 120 Sekunden reicht völlig aus.

Foto von Desislava Dermendzhieva auf Unsplash

Leider sind konventionelle, günstige Grüntees aus dem Supermarkt häufig stark mit Pestiziden belastet. Daher lohnt es sich auch hier, auf das Bio-Siegel zu achten, damit die segensreichen gesundheitlichen Wirkungen des Grüntees nicht durch irgendwelche Zusatzstoffe zunichte gemacht werden.

Da wir bald wieder ins Sommerhalbjahr starten, findest du auf unserem Ernährungskärtchen Nr. 91 eine Anleitung zur Zubereitung eines erfrischenden Eistees aus Grüntee. Genieße den Start ins Frühjahr!