Gehirntraining – mindestens so wichtig wie Muskel- und Ausdauertraining

Anonymous

Life Kinetik, Visual-/Kognitionstraining, Neuroathletik & Co.

Dein Gehirn steuert und regelt dein gesamtes Leben. Damit ist seine Funktion entscheidend für schlicht und ergreifend alles – für deine Wahrnehmung, deine Gefühlswelt, deine Bewegungsabläufe und noch vieles mehr. Ebenso wie der Körper kann das Gehirn gezielt trainiert werden, um seine Leistungsfähigkeit zu erhöhen. Im Gehirntraining steckt ein enormes Potenzial – nicht nur für Sportler, sondern auch für Kinder, Senioren und überhaupt jeden, der sich persönlich weiterentwickeln möchte. Expertin dafür ist Anja Knaub, langjähriges Teammitglied von toMotion Racing by black tusk und Extremsportlerin, die zusammen mit ihrer Geschäftspartnerin Dagmar Schliwa vor fünf Jahren die Firma Move for Brain gegründet hat. Dort bieten sie Kurse in den Bereichen Life Kinetik, Visual-/Kognitionstraining sowie Neuroathletiktraining an. Diese helfen zum Beispiel Sportlern, ihre Flexibilität und Handlungsschnelligkeit zu verbessern, entwickeln die Koordinations- und Konzentrationsfähigkeit von Kindern und helfen Senioren, Stürzen und Demenzerkrankungen vorzubeugen. Berufstätige profitieren unter anderem von einer verbesserten Konzentrations- und Merkfähigkeit, Altersweitsichtigkeit lässt sich durch frühzeitiges Training hinauszögern bzw. verbessern. Im Gehirntraining steckt also ein enormes und vielseitiges Potenzial, das in den vergangenen Jahren unter anderem den jungen Athletinnen und Athleten im toMotion Nachwuchs Team (TNT) zu Gute gekommen ist.

  

Grafik von holdentrils auf Pixabay                                                                   Grafik von John Hain auf Pixabay

Was alle Trainingsformen vereint, ist der Gedanke, dass jegliches Tun und Handeln durch unser Gehirn gesteuert wird“, erklärt Anja. „Die Aussage von Horst Lutz, Entwickler des Life Kinetik®-Programms, hat uns damals vollkommen überzeugt:

 „Unser Gehirn steuert unser gesamtes Leben. Es legt fest, was und wer uns gefällt, was uns schmeckt, was wir wahrnehmen oder fühlen, welche Emotionen wir zeigen, wie wir uns bewegen, was wir sagen, denken oder durch Mimik und Gestik zum Ausdruck bringen. Es regelt unsere gesamte Persönlichkeit, unseren kompletten Alltag. Es wäre also sinnvoll, mindestens ebenso gut auf unser Gehirn zu achten wie auf unseren Körper,  weil das unser Leben bis ins hohe Alter entscheidend verbessern kann.“

Im Sport sind Facetten wie Bike-Tuning, Ernährung, wattgemessene Trainingssteuerung, mentales Training etc. bereits lange bekannt und gerade im Hochleistungssport oft auch schon ausgereizt. Die meisten SportlerInnen trainieren den Körper vom Hals abwärts, vergessen dabei aber das Entscheidende: dass unser Gehirn alles steuert und regelt. Hier kommt auch die Wahrnehmung, vor allem die visuelle Wahrnehmung, ins Spiel. Denn nur das, was ich sehe und tatsächlich auch wahrnehme (Input), kann im Gehirn richtig interpretiert und mit Erfahrungen abgeglichen werden, um danach eine passende Handlung (Output) entstehen zu lassen. Dabei kommt es darauf an, wie gut und schnell die Datenverarbeitung im Gehirn funktioniert. Gerade im Sport entscheiden manchmal Millisekunden über Erfolg und Misserfolg. Konzentrationsfähigkeit, Handlungsschnelligkeit, Inhibition (die Fähigkeit, impulsive bzw. automatische Reaktionen zu kontrollieren und durch bewusste Reaktionen zu ersetzen), sowie kognitive Flexibilität (die Fähigkeit, geplante Handlungen aufgrund von neuen Informationen zu hinterfragen und ggf. gezielt anzupassen) sind entscheidende Schlagwörter. Denn was hilft es mir, die ersten 90 % des Wettkampfes aufmerksam und konzentriert zu sein, wenn mir dann am Ende eine entscheidende Fehleinschätzung unterläuft, weil z.B. die Konzentration nachlässt? Die Leistung muss eben bis ins Ziel gebracht werden.

  

Anja im Jahr 2016 bei der 12-Stunden-WM in Weilheim, wo sie sich den Weltmeistertitel holte.

Weil die visuelle Wahrnehmung eine solch entscheidende Rolle spielt, und wir selbst gar nicht einschätzen können, wie viel wir eigentlich sehen und wahrnehmen, haben sich Anja und Dagmar dazu entschlossen, eine Ausbildung zur Visual- und Kognitionstrainerin zu machen. „Uns hat das absolut überzeugt und wir haben dieses Training auch selbst absolviert“, erinnert sich Anja. „Ich bin überzeugt, dass ich die letzten Erfolge meiner sportlichen Karriere (12 h-Weltmeisterin im MTB-Marathon 2016 und der Sieg beim 24 h-Rennen in München im Jahr 2017) auch dem Visual- und Life Kinetik®-Training zu verdanken habe. Denn die Konzentration und Aufmerksamkeit über einen so langen Zeitraum hoch zu halten, wäre mir vorher niemals gelungen. Es lohnt sich absolut, auf eine Trainingsstunde auf dem Rad zu verzichten und dafür ein solches Training einzuplanen und durchzuführen.“.

Inzwischen hat sich der hohe Nutzen des Gehirntrainings auch in Sportlerkreisen herumgesprochen, insbesondere in Ball- und Spielsportarten wie z.B. Tennis (Einzelsportart) oder Fuß- bzw. Handball (Mannschaftssportarten). Zeitgleich mit den beiden Geschäftsführerinnen von Move for Brain absolvierte der Torwarttrainer des 1. FC Köln die Ausbildung zum Visual- und Kognitionstrainer. Felix Neureuther als Botschafter für Life Kinetik® versucht schon lange, diese Trainingsmöglichkeiten voran zu treiben. Auch Manuel Neuer macht regelmäßig Visualtraining und Life Kinetik® Training und sagt darüber: "Durch Life Kinetik habe ich erkannt, wie wichtig es ist, ständig wechselnde koordinative Übungen mit Training der visuellen Wahrnehmung zu kombinieren. Denn wenn die Augen gerade in schwierigen Situationen nicht perfekt funktionieren, wird es wahnsinnig schwer, richtig zu reagieren."

Doch wie sieht so ein Gehirntraining eigentlich aus und was bewirkt es?

Visual- & Kognitionstraining

... ist das Training der visuellen Verarbeitung. Wir haben zwei Augen, aber nur ein Gehirn. Beide Seheindrücke müssen im Gehirn verarbeitet werden, was bei den einen besser, bei den anderen weniger gut funktioniert. Zwei verschiedene Bilder mit unterschiedlicher Achslage kommen überkreuz ins Gehirn und müssen dort nach Möglichkeit stressfrei überlagert werden, so dass sie ein eindeutiges Bild ergeben. Daraus abgeleitet wird das sogenannte Stereo-Sehen oder 3D-Sehen, was wiederum Raumwahrnehmung und Geschwindigkeitseinschätzung ermöglicht.

Gerade im Sport ist dies besonders wichtig. So erfordert z.B. die Verbindung von zentriertem und peripherem Sehen ein sehr hohes Maß an visuellen Fertigkeiten. So muss ein Fußballspieler gleichzeitig den Ball, aber auch seine Mit- und Gegenspieler im Blick behalten. Eine Mountainbikerin kann sich im Rennen nicht ausschließlich auf die Strecke konzentrieren, sondern muss gleichzeitig die anderen FahrerInnen um sich herum wahrnehmen und ggf. auf deren Aktionen reagieren. Dies kann gezielt trainiert werden.

 

In ihren Trainings ermitteln Anja und Dagmar zunächst in einem Screening, wie gut die visuelle Verarbeitung und Wahrnehmung sind. Dann erstellen sie einen Trainingsplan, nach dem zuhause drei Wochen lang trainiert wird – fünf Tage die Woche je ca. 10 – 15 Minuten. Im Drei-Wochen-Rhythmus gibt es weitere Treffen (auch via Zoom möglich), um bei Bedarf weitere Screenings durchzuführen und einen neuen Trainingsplan zu entwickeln und zu besprechen.

Neuroathletiktraining

... ist eine Weiterentwicklung des klassischen Athletiktrainings, indem das Gehirn und das Nervensystem als zentrale Elemente der Bewegungssteuerung mit ins Training einbezogen werden. Lars Lienhard ist Ex-Leistungssportler, Sportwissenschaftler und Athletik-Trainer und gilt als Gesicht der Neuroathletik im deutschen Sport. Er arbeitet seit Jahren mit Weltklasse-Athleten aus den unterschiedlichsten Sportarten zusammen und fasst den Begriff Neuroathletik so zusammen: „Neuroathletik beschäftigt sich mit den ganzen zentralnervösen Prozessen, die sich im Hintergrund abspielen und die Grundlage bilden, mit denen unser Gehirn das Bewegungsprogramm entwirft, bevor es dann zu einer Handlung kommt.“.

Gehirn und Nervensystem sind für drei Dinge verantwortlich:

  • Input – Informationen aus den Sinnesorganen empfangen
  • Integration – Informationen analysieren, interpretieren und mit bestehenden Erfahrungen abgleichen
  • Output – auf die Informationen mit einer Handlung reagieren

Ein Output kann eine motorische Bewegung, eine Muskelverhärtung, ein Gedanke oder Schmerz sein. Die klassische Herangehensweise beschäftigt sich fast immer nur mit dem Output. Neuroathletiktraining hingegen legt den Schwerpunkt auf den Input und die Integration. Wie präzise, kräftig, dynamisch oder koordiniert eine Bewegung erfolgt, ist das Endresultat aller Informationen, die im Gehirn ankommen, und ihrer Verarbeitung dort.

  

Life Kinetik

... ist eine Trainingsform,die durch das Provozieren neuer Herausforderungen neue Synapsen im Gehirn bildet und dadurch ungeahnte Leistungsreserven anzapft. Das Training ist abwechslungsreich, macht Spaß und vor allem: es ist effektiv! Verbesserungen durch Life Kinetik lassen sich in vielen Bereichen erzielen: Konzentrationsfähigkeit, Gleichgewicht, Koordination und Selbstbewusstsein sind nur wenige Stichworte, die mit diesem Training in Verbindung gebracht werden. Bei Life Kinetik Kursen werden die TeilnehmerInnen mit einfachsten Übungsgeräten wie Bällen, Badmintonschlägern und auf den Boden geklebten Linien vor Aufgaben gestellt, die sich in ihrer Komplexität immer weiter steigern und den Trainierenden eindrücklich bewusst machen, zu welchen Leistungen das Gehirn imstande ist. 

   

Roland Ast, Teammitglied von toMotion Racing by black tusk, fasst die Auswirkungen eines viermonatigen Life Kinetik Trainings so zusammen: „Technisch schwierige Stellen, die mir früher auf dem Mountainbike regelmäßig Probleme bereiteten, fahre ich nun sicher und souverän. Das Life Kinetik Training hat in nur kurzer Zeit zu einer spürbaren Verbesserung von Gleichgewicht, Koordination, Stabilität, Reaktionsvermögen, Fokussierung und wer weiß was sonst noch geführt. Ich wollte einfach mal DANKE sagen, Anja.“.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Gehirntraining für viel Menschen verschiedenster Altersgruppen spürbare Verbesserungen bringen kann. Auch ambitionierte SportlerInnen, die ihre Leistungsfähigkeit und Wettkampfergebnisse verbessern wollen, profitieren davon. Wir haben das Glück, mit Anja Knaub eine Expertin für Gehirntraining in unserem Team zu haben, die ausgebildete Life Kinetik-, Visual-/Kognitions- und Neuroathletik-Trainerin ist. Nach ihrem Umzug nach Lindau im Frühjahr 2021 arbeitet sie aktuell an neuen Konzepten, um Gehirntraining möglichst vielen Menschen zugänglich zu machen. Wenn du Interesse hast und/oder weitere Informationen benötigst, kannst du dich gerne direkt mit Anja in Verbindung setzen:

Anja Knaub
Move for Brain GbR
www.moveforbrain.de
E-Mail:
info@moveforbrain.de
Tel.: 0176-529 854 82