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Gut gefedert ist halb gewonnen

Beim Mountainbiken kann das Gelände schon mal ruppig werden. Über Steine, Wurzeln und Stufen geht die Fahrt und für viele Radsportler liegt genau darin der Reiz. Um das Fahren im Gelände angenehmer und auch sicherer zu machen, sind die meisten Mountainbikes mit einer Federgabel am Vorderrad und oft auch mit einem gedämpften Hinterrad ausgestattet. Was aber hat es mit diesen sogenannten Feder- und Dämpfungselementen auf sich, was leisten sie und worauf ist beim Kauf und bei der Nutzung zu achten?

Es gibt sie noch, die Puristen, die auch im Gelände Fahrräder mit Starrgabel fahren. Bei ihnen hängen Traktion und Fahrkomfort hauptsächlich von den Reifen ab, wodurch sie eigentlich nur für leichte, wenig anspruchsvolle Trails geeignet sind. Ihre Anhänger sind unter Mountainbikern absolut in der Minderheit. Denn Federelemente am Rad machen nicht nur aus Bequemlichkeitsgründen, sondern auch im Hinblick auf die Sicherheit Sinn. Beim sogenannten Hardtail ist der Name Programm. Hier gibt es nur vorne eine Federung, der Hinterbau bleibt ungefedert („hard tail“) bzw. hier federt nur der Reifen ein wenig. Da ein Hardtail aufgrund der fehlenden Hinterrad-Federung weniger bewegliche Komponenten benötigt, ist es in der Regel leichter, wartungsärmer und günstiger als ein vollgefedertes Rad (sogenanntes „Full Suspension Bike“ oder „Fully“).

Hardtail „Specter“ von der Firma Müsing

Dank des geringen Gewichts und der hohen Steifigkeit sind Hardtails wie gemacht für Cross-Country-Fahrer, die ihren Fokus auf Geschwindigkeit und Agilität legen. Auf schwierigen Trails tun sich die nur vorne gefederten Mountainbikes dagegen schwerer. Trotzdem ermöglicht die Federgabel vorne je nach Federweg (meist zwischen 80 mm und 140 mm) ausreichend Komfort und Traktion, um sich im Gelände ordentlich auszutoben.

Beim Fully ist zusätzlich auch der Hinterbau gefedert. Das hintere Federelement wird umgangssprachlich meist als „Dämpfer“ bezeichnet, obwohl es sich grundsätzlich um ein kombiniertes Federbein mit Feder und Stoßdämpfer in einer Einheit handelt. Dabei stützt sich das Hinterrad über den drehbar gelagerten Hinterbau federnd am Rahmen ab. Der große Vorteil ist natürlich die höhere Stoßabsorption. Dadurch musst du die Stöße weniger mit deinem Körper ausgleichen und sparst Kraft. Außerdem ist die Fahrt in unebenem Gelände mit solch einem Mountainbike stabiler, denn durch die Federung hinten behält auch das Hinterrad mehr Bodenkontakt. Ein Fully ist perfekt für alle, die sich jenseits der befestigten Wege austoben wollen. Es ist aber in der Regel schwerer, teurer und wartungsintensiver als ein Hardtail. Auch solltest du dir bewusst sein, dass die zusätzliche Federung im Hinterbau ein Nachteil bei der Kraftübertragung ist. Sowohl beim Hardtail als auch beim den Full Suspension Mountainbikes lassen sich die Federelemente über ein Lockout-System sperren, so dass das Bike in diesem Zustand nicht mehr federt. Dieses Lockout-System wird vom Fahrer in der Regel dann genutzt, wenn der Weg keine Schläge/Stöße erwarten lässt und durch die Federung kein Vortrieb verloren gehen soll.

 

Beim Enduro-Bike von Bold Cycles (links) ist das Federelement im Rahmen verbaut (ISP-Technologie).
Das Müsing-Fully „Petrol“ ist mit einem konventionellen Federelement ausgestattet.

Das vordere Federelement ist bei Mountainbikes in der Gabel (einer sogenannten Federgabel) untergebracht. Es funktioniert über eine „Feder“, die sich ausdehnt, nachdem sie durch einen Schlag auf der Strecke zusammengedrückt wurde. Diese Feder kann entweder aus Luft, Stahl oder einer Kombination aus beidem bestehen. Die Luftfederung ist leicht und lässt sich über eine Dämpferpumpe exakt einstellen und justieren, während Stahlfedern schwerer sind und eher bei günstigeren Mountainbikes oder Downhill-Bikes mit hohem Federweg zum Einsatz kommen. Außerdem sind sie äußerst langlebig und robust und überzeugen durch ein feineres Ansprechverhalten als Luftfedern.

Bei der Hinterbau-Federung gibt es dieselben Elemente wie vorne, jedoch in verkleinerter Ausführung. Zusätzlich gibt es hinten die Anforderung, neben der Absorption von Stößen auch die Antriebsneutralität zu gewährleisten, sprich die Krafteinflüsse von der Bremse und dem Tretlager vom hinteren Federelement zu isolieren bzw. zu minimieren.

Nun einige Fachbegriffe im Zusammenhang mit Federung und Dämpfung:

Federung und Dämpfung:

Federung und Dämpfung sind keine Synonyme, obwohl das viele Laien denken. Die Dämpfung ist dafür verantwortlich, das Nachschwingen der Feder zu reduzieren. Das heißt, in einer Federgabel und in einem Dämpfer gibt es jeweils eine Federung und die dazugehörigen Dämpfung. In fast allen modernen Federgabeln findet sich im einen Standrohr die Federung und im anderen die Dämpfung. Meistens sitzt links die Federung – entweder eine Luftkammer, die aufgepumpt werden kann, wodurch sich eine Luftfeder ergibt, oder schlicht eine Spiralfeder, wenn es sich um eine Stahlfeder handelt. Die Dämpfung ist dafür zuständig, dass die Kraft, die die Feder zusammendrückt, anschließend nicht unkontrolliert zurückschlägt. Dämpfung entschleunigt also Bewegung. Ein schaukelndes Fahrverhalten wünscht sich niemand, und nach dem Einfedern soll sich die Federgabel kontrolliert in die Ursprungsposition zurückbewegen. Andererseits ist zu viel Dämpfung auch nicht wünschenswert. Schließlich muss sich das Rad häufig schnell bewegen können, etwa um über mehrere dicht hinterliegend Hindernisse hinweg zu kommen (z.B. Wurzelteppich). Deshalb versuchen Konstrukteure für jede Situation die richtige Dämpfungskraft zu erzeugen. Führend bei Feder- und Dämpfungssystemen sind die beiden Firmen RockShox und Fox. So verbauen wir beispielsweise an den Teambikes von toMotion Racing by black tusk standardmäßig die RockShox SID Ultimate Gabel.

Im allgemeinen Sprachgebrauch hat sich für das vordere Fahrwerk der Begriff „Federgabel“ und für hinten der Begriff „Dämpfer“ durchgesetzt.

Federweg:

Der Federweg beschreibt, welcher Arbeitsweg für die Laufräder in Bezug auf den Rahmen insgesamt zur Verfügung steht. Federwege im Downhill-Sport betragen ca. 200 Millimeter, im Enduro-Sport ca. 160 – 180 mm, im "All Mountain"-Sport 130 bis 150 mm und im Cross-Country-Sport etwa 100 bis 120 mm. Der Negativfederweg (engl. „sag“) ist der Weg, den die Gabel bei statischer Belastung allein durch das Gewicht des Fahrers bei ruhigem Sitzen im Sattel eintaucht. Die Differenz zwischen komplettem Federweg und Sag ist dann der Weg, den Gabel und Federbein – etwa beim Überfahren einer Bodenwelle – noch einfedern können, ohne dass die Reifen den Bodenkontakt verlieren.

Federhärte

Die Federhärte ist ein Maß für die Einfedertiefe bei gleichem Fahrergewicht. Bei Stahlfedergabeln/-dämpfern ist eine Anpassung der Federhärte nur begrenzt möglich. Ansonsten ist der Austausch der Feder erforderlich: Schwere Fahrer benötigen härtere Federn als leichte. Bei Luftfedergabeln/–dämpfern lässt sich die Federhärte sehr viel einfacher durch Variieren des Luftdrucks mit Hilfe einer Pumpe anpassen: Mehr Druck entspricht einer härteren Feder. Durch die Federhärte lässt sich der gewünschte Negativfederweg mit dem Fahrergewicht abstimmen.

Sag bzw. Negativfederweg

Dieser beschreibt den Anteil, welchen du mit deinem eigenen Körpergewicht plus Ausrüstung vom gesamten Federweg komprimierst – sprich wie weit die Gabel in die Federung eintaucht, wenn du ruhig im Sattel sitzt.

Lockout

Dieses Element (oft am Lenker zu finden, ansonsten an der Federgabel) blockiert das gesamte System bzw. auch nur das vordere oder hintere Federelement. Dadurch kann zum Beispiel beim Treten beim Bergauffahren ein mögliches Wippen verhindert werden.

 

Lockout-Hebel an der Federgabel...                                                              ... oder am Lenker.

Auswahl und Einstellung der Federelemente für optimalen Fahrspaß

Damit du mit deinem Bike möglichst viel Spaß hast, solltest du bei der Auswahl vorab überlegen, welche Art von Strecken du überwiegend fahren möchtest. Reichen dir Schotterwege oder möchtest du gerne auch mal einen Trail mit querliegenden Wurzeln, ein paar Steinen oder einer kleinen Stufe fahren? Bist du eher abenteuerlustig auf technisch anspruchsvollen Trails unterwegs oder möchtest du sogar Downhill-Strecken in Angriff nehmen? Je nachdem, was du mit deinem Bike vor hast, solltest du dich für ein Hardtail oder ein Fully entscheiden mit mehr oder weniger Federweg. Ist diese Entscheidung getroffen, geht es an die Details: die Federelemente müssen an dein Körpergewicht angepasst werden, damit die Grundeinstellung stimmt. Denn nur ein richtig eingestelltes Fahrwerk entfaltet das volle Potential des Bikes. Wenn du dir unsicher bist und dir bei der Auswahl deines Bikes und bei der richtigen Grundeinstellung professionelle Unterstützung wünschst, dann setze dich doch mal mit dem bikeDoc in Lindau in Verbindung. Hier die Kontaktdaten:

der bikeDoc, Bregenzerstr. 35, 88131 Lindau
Telefon: 08382-9479994 bzw. 0160-94846129
E-Mail: andrea@der-bikedoc.de
www.der-bikedoc.de

Pflege deiner Federelemente

Was viel genutzt wird und zuverlässig funktionieren soll, muss auch gepflegt werden. Daher ist es sinnvoll, Verschmutzungen möglichst bald zu entfernen. Hochdruckreiniger sind dabei absolut tabu, denn sie drücken den Schmutz direkt in die Dichtungen hinein und zerstören sie so. Generell sind die Teile der Federelemente relativ gut vor Schmutz geschützt, doch wenn Schmutz eindringt, verursacht er Schäden. Daher empfehlen wir, das Rad nach jeder Tour kurz mit einem feuchten Tuch und ggf. mit dem Gartenschlauch zu reinigen. Mindestens einmal jährlich sollten die Federelemente von einem Fachbetrieb gewartet werden, um sie gründlich zu reinigen und zu schmieren bzw. Verschleißteile auszutauschen. Auch hier kannst du dich vertrauensvoll an den bikeDoc wenden. So kannst du relativ sicher sein, dass dich deine Federn und Dämpfer nicht im unpassendsten Moment im Stich lassen.

Ein für die Wartung geöffneter Dämpfer, bei dem die Luftkammer (Federung) demontiert wurde.

Upgrades von Federgabeln

Wenn du bereits stolzer Besitzer eines Mountainbikes, mit der Performance deiner Federelemente aber nicht hundertprozentig zufrieden bist, gibt es auch hier Abhilfe. Über sogenannte Upgrade-Sets lassen sind ältere Federgabeln auf den aktuellen Stand der Technik bringen. So beispielsweise das Upgrade-Set für die RockShox SID Federgabel, mit der SID-Federgabeln ab dem Baujahr 2017 durch eine neue Dämpfer-Kartusche leistungsfähiger und auch leichter gemacht werden können. Hierzu ein Angebot vom bikeDoc in Lindau:

Dämpferkartusche SID Ultimate Raceday                           EUR 249,- zzgl. Einbau

 

Fragen und Bestellung:andrea@der-bikedoc.de oder Telefon: 08382-9479994 bzw. 0160-94846129


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Lindauer Skibergsteigerin Sophia Wessling wird Zweite beim Pfänder Bergzeitfahren

Schnee ist ihr Lebenselixier. Die 17-jährige Skibergsteigerin Sophia Wessling aus Lindau am Bodensee ist erst im Winter so richtig in ihrem Element, wenn sie mit ihren Ski auf dem Rücken steile Hänge erklimmt, um sich anschließend die Abfahrten hinunter zu stürzen. Um in den Wintermonaten Höchstleistungen vollbringen zu können, muss die Schülerin, die im Januar 2020 erstmalig an den Olympischen Winter-Jugendspielen teilnahm, auch im Sommer hart trainieren. Dann steigt sie um auf Rollski, Laufschuhe und Bergstiefel oder holt ihr Rennrad aus dem Keller, um damit ausgedehnte Trainingsfahrten zu unternehmen. Damit das Training nicht eintönig wird, streut Sophia auch gerne mal ein Rennen ein – wie in der vergangenen Woche beim Pfänder-Rennen, einem Bergzeitfahren mit sechs Kilometern Länge und 590 Höhenmetern. Dort errang die Lindauerin mit einer Zeit von knapp 32 Minuten den zweiten Platz bei den Juniorinnen sowie Rang elf im Damen-Gesamtklassement.

„Aufgrund der versetzten Startzeiten fährt man in erster Linie gegen sich selbst bzw. orientiert sich an seiner zuletzt gefahrenen Bestzeit“, erklärt Sophia Wessling. „Somit war ich am Ende mit meiner Zeit von 31:59,5 min sehr zufrieden, was einen zweiten Platz bei sechs Starterinnen in meiner Altersklasse bzw. den elften Platz bei der Gesamtwertung der Damen bedeutete“.  Die Skibergsteigerin, die im Sommer oft und gerne am Pfänderrücken oder im Bregenzerwald trainiert, war während der Grenzschließung nach Österreich zunächst sehr eingeschränkt und musste sich alternative Trainingsrouten in Deutschland suchen. „Im Nachhinein hat sich das keinesfalls als Nachteil herausgestellt“, schmunzelt sie. „Dennoch bin ich sehr froh, mittlerweile wieder an meinem Hausberg, dem Pfänder, trainieren zu können“.

„Sophias starke Leistung beim Pfänder-Rennen zeigt mir, dass wir auf dem richtigen Weg sind“, freut sich auch ihre Lindauer Trainerin Andrea Potratz. „Durch das Home-Schooling der vergangenen Monate war sie zeitlich sehr flexibel und hat konsequent trainiert. Bis zum Beginn der Saison haben wir noch einige Monate Zeit und Sophia wird bestens vorbereitet sein, wenn es wieder losgeht mit den Rennen im Skibergsteigen.“

Im Verlauf des Sommers möchte die junge Athletin gerne noch an dem einen oder anderen Rad- oder Berglaufrennen teilnehmen, sofern diese unter Corona-Rahmenbedingungen überhaupt stattfinden können. Ihr sportlicher Höhepunkt wird in diesem Winter die Weltmeisterschaft im Skibergsteigen in Andorra sein. Des Weiteren stehen die Deutschen Meisterschaften, der Alpencup sowie einige weitere internationale Rennen in Österreich, der Schweiz und Frankreich an. „Ich hoffe sehr, dass diese Wettkämpfe, anders als die EM 2019 in Italien, wieder stattfinden können“, wünscht sich Sophia Wessling.


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Bei Spaziergängen oder Wanderungen im Spätsommer und Herbst leuchten sie oft blau aus niedrigen Büschen am Waldboden: Wildheidelbeeren. Dann solltest du auf jeden Fall eine Pause einlegen und ausgiebig naschen. Heidelbeeren haben ein verführerisches Aroma und schmecken köstlich. Aber Vorsicht: der Saft färbt stark!

Die kleine, blaue Beere gehört ebenso wie Preiselbeeren und Moosbeeren zur Familie der Heidekrautgewächse. Sie alle lieben nährstoffarme, saure Böden und wachsen besonders gern an Waldlichtungen, in Moor- und Heidelandschaften. Selbst im Gebirge fühlen sich die Zwergsträucher wohl. Ihre Verwandtschaft fühlt sich auch im Garten wohl, weist zur wilden Schwester jedoch einige grundlegenden Unterschiede auf.

 

Kulturheidelbeeren unterscheiden sich von ihren wilden Verwandten dadurch, dass sie größer sind und kein blaues, sondern weißes Fruchtfleisch haben. Geschmacklich sind Wildheidelbeeren wesentlich aromatischer als kultivierte Heidelbeeren. Wildheidelbeeren enthalten viel Vitamin C, E und K, wobei Kulturheidelbeeren im Vergleich etwas schlechter abschneiden. Insbesondere die Wildfrüchte sind auch eine sehr gute Mangan-Quelle. Dieses Spurenelement unterstützt den Aufbau von Kollagen, stimuliert die Bildung von Knorpel- und Bandscheibengewebe und leistet überdies einen wichtigen Beitrag im Kampf gegen freie Radikale.

Diabetiker werden oft grundsätzlich vor Obst gewarnt, da dieses Fruchtzucker enthält. Heidelbeeren haben allerdings nur einen geringen Einfluss auf den Blutzuckerspiegel. Inzwischen haben diverse Studien gezeigt, dass die Pflanzenstoffe der Heidelbeere antidiabetische Eigenschaften haben, da sie u. a. die Insulinresistenz verbessern.

Ihre auffallende blaue Farbe verdanken die kleinen Beeren pflanzeneigenen Farbstoffen, die als Anthocyane bezeichnet werden. Anthocyane zählen zu den stärksten Antioxidantien und wirken z. B. gegen Entzündungen, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Übergewicht, Diabetes, Alzheimer, Parkinson sowie Krebs. Bei Kulturheidelbeeren, die ein weißes Fleisch haben, stecken die Anthocyane nur in der Schale, weshalb sie einen geringeren Gehalt davon aufweisen als Wildheidelbeeren.


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Das Burnout-Syndrom - so aktuell wie nie

Während in der Corona-Krise die einen unter Kurzarbeit oder Arbeitslosigkeit leiden und sich zuhause langweilen, arbeiten die anderen bis an den Rand der Erschöpfung. Vor allem Menschen in „systemrelevanten“ Berufen sowie Eltern stellt die aktuelle Situation vor enorme Belastungen und nicht selten führt das zu einem sogenannten Burnout. Was aber verbirgt sich hinter diesem Begriff?

Ein Beispiel, wie wir es zu Beginn der Corona-Pandemie in unserem Bekanntenkreis erlebt haben. Die Schulen werden geschlossen, das Kontaktverbot tritt in Kraft und die Menschen machen Hamsterkäufe, um auf alle Eventualitäten vorbereitet zu sein. Die Filialleiterin eines großen Discounters erzählt: „Wir arbeiten jetzt in Schichten, um die Regale überhaupt noch aufgefüllt zu bekommen. Gleichzeitig bekommt mein Sohn von der Schule so viele Aufgaben, dass er locker einen halben Tag daran arbeitet. Ohne Unterstützung läuft da aber nichts. Ich weiß nicht, wie ich das alles schaffen soll – ich komme kaum noch zum Schlafen.“ So wie ihr geht es vielen. Nicht nur Ärzte und Pflegekräfte stehen vor großen Herausforderungen, sondern auch Eltern, die von heute auf morgen im Homeoffice arbeiten und dabei gleichzeitig Kinder zu betreuen haben, deren Kitas und Schulen geschlossen sind. Dauern solche Mehr(fach)belastungen über einen längeren Zeitraum an, kann das in einen Burnout führen.

 

Was ist ein Burnout und wer ist davon betroffen?

Laut Wikipedia ist ein Burnout (auch Burnout-Syndrom, von englisch „to burn out – ausbrennen“) ein Oberbegriff für bestimmte Arten von persönlichen Krisen, die als Reaktion auf andauernden Stress und Überlastung am Arbeitsplatz auftreten. Burnout geht mit emotionaler Erschöpfung, einem Gefühl von Überforderung sowie reduzierter Leistungszufriedenheit einher. Burnout-Syndrome können mit eher unauffälligen Frühsymptomen beginnen und bis hin zu völliger Arbeitsunfähigkeit oder Suizid führen.

Vom Burnout-Syndrom besonders gefährdet sind Beschäftigte in sozialen Berufen wie zum Beispiel Ärzte, Altenpfleger, Krankenschwestern, Lehrer, Priester, Psychologen oder Sozialarbeiter. Doch sind auch andere Berufsgruppen und sogar Schüler betroffen.

Der Begriff Burnout-Syndrom ist zwar allgemein bekannt, es handelt sich aber nicht um eine Diagnose, die in medizinischen Klassifikationssystemen aufgeführt ist. „Burnout“ ist damit offiziell keine Krankheit.

Was sind die Symptome eines Burnouts?

Beim Burnout-Syndrom gibt es sowohl psychische als auch körperliche Symptome. Typische Symptome eines Burnouts sind beispielsweise

Emotionale Erschöpfung: Diese Erschöpfung resultiert aus einer übermäßigen emotionalen oder physischen Anstrengung (Anspannung). Die Betroffenen fühlen sich schwach, kraftlos und müde. Sie leiden unter Antriebsschwäche und sind leicht reizbar.

Depersonalisierung: Mit dieser Reaktion auf die Überlastung stellen die Betroffenen eine Distanz zwischen sich selbst und ihren Klienten (Patienten, Schülern, Pflegebedürftigen oder Kunden) her. Das äußert sich in einer zunehmenden Gleichgültigkeit und teilweise zynischen Einstellung ihnen gegenüber. Die Arbeit wird zur unpersönlichen Routine.

Erleben von Misserfolg: Die Betroffenen haben häufig das Gefühl, dass sie trotz Überlastung nicht viel erreichen oder bewirken. Es mangelt an Erfolgserlebnissen. Weil die Anforderungen quantitativ und qualitativ steigen und sich ständig verändern, erscheint die eigene Leistung im Vergleich zu den wachsenden Anforderungen gering. Diese Diskrepanz zwischen Anforderungen und Leistungen nimmt der Betroffene als persönliche Ineffektivität bzw. Ineffizienz wahr.

Die seelischen Probleme können auch körperliche (psychosomatische) Beschwerden auslösen. Das körperliche Abwehrsystem kann schwächer und anfälliger für Infekte werden. Schlafstörungen, Albträume und sexuelle Probleme können entstehen. Auch Herzklopfen, Kopfschmerzen, Verdauungsstörungen, Rückenschmerzen, Schwindel, Atemprobleme oder Gewichtsveränderungen sind möglich. Außerdem erhöhen sich das Unfallrisiko und die Gefahr für Suchterkrankungen. Betroffene greifen in dieser Situation schneller zu Alkohol, Tabak oder anderen Drogen.

Wodurch wird ein Burnout ausgelöst?

Es gibt keine einheitliche Meinung darüber, wie das Burnout-Syndrom entsteht. Vermutlich sind sowohl äußere als auch innere Faktoren an der Entstehung dieser Erkrankung beteiligt. Oft begünstigt eine Kombination von persönlichen Eigenschaften und Arbeitsbedingungen die Entstehung eines Burnouts. Besonders gefährlich ist es, wenn die Betroffenen sehr motiviert sind, hohen persönlichen Einsatz zeigen und hohe Erwartungen an ihre Arbeitswelt stellen, dann aber mit dem "grauen" Arbeitsalltag konfrontiert werden. Sind sie gleichzeitig im Umgang mit ihren Klienten, beispielsweise Patienten oder Schülern, nicht ausreichend belastbar und fehlt die Anerkennung durch Vorgesetzte, steigt die Wahrscheinlichkeit für das innerliche Ausbrennen.

Nach Richard Lazarus wird Burnout durch Stress ausgelöst, der aus Sicht der betroffenen Person nicht bewältigt werden kann. Es handelt sich um ein subjektiv wahrgenommenes Auseinanderklaffen von externen (zumeist beruflichen) Anforderungen bzw. Belastungen einerseits und individuellen Fähigkeiten zur Bewältigung der Beanspruchungen andererseits. Diese Diskrepanz ist oft mit einem Gefühl der Ohnmacht verbunden. Auch ein Ungleichgewicht zwischen Leistung und Anerkennung begünstigt das Entstehen eines Burnout-Syndroms. Danach sind vor allem diejenigen Personen durch Arbeitsstress gesundheitlich gefährdet, an die permanent hohe Anforderungen gestellt werden, während zugleich die Kontrolle und der Entscheidungsspielraum bei der Ausführung der Aufgaben eingeschränkt sind. Typische Beispiele sind Industriearbeiter am Fließband, Verkäufer im Supermarkt oder Beschäftigte in Call-Centern. An leitende Manager oder Ärzte im Krankenhaus werden ebenfalls hohe Arbeitsanforderungen gestellt, sie besitzen jedoch in der Regel größere Kontroll- und Entscheidungsspielräume.

Wie kann man einem Burnout vorbeugen?

Um einem Burnout-Syndrom vorzubeugen, sollte jeder für sich persönlich klären, wodurch die empfundene Belastung entsteht. Frühzeitig sollte man sich fragen, welche Bedürfnisse und Ziele man vernachlässigt oder welche eventuell unerfüllbaren Erwartungen und Vorstellungen die Belastung erhöhen. Wichtig ist es dann, rechtzeitig den eigenen Einsatz so einzuteilen, dass die persönlichen Kräfte auch langfristig erhalten bleiben. Hobbys, Familie und Freunde sollten nicht vernachlässigt werden.

Gegebenenfalls ist es notwendig, die eigene Selbsteinschätzung zu verändern und überhöhte Ansprüche an sich und an die Arbeitserfolge abzubauen. Eine gesunde Lebensführung mit Sport, gesunder Ernährung und vor allem auch ausreichendem und regelmäßigem Schlaf stärken den Organismus. Nützlich können auch Methoden zur Verbesserung der Zeiteinteilung sein, die Klärung beruflicher und privater Ziele und das Erlernen von Entspannungstechniken. 

Wie kann man einen Burnout behandeln?

Wichtig ist, dass der Betroffene Einsicht zeigt und sich eingesteht: Ich bin überlastet, "ausgebrannt". Meist fällt das den Betroffenen sehr schwer. Einen Burnout darf man jedoch nicht auf die leichte Schulter nehmen. Die Symptome können so schwerwiegend werden, dass sie das gesamte Leben aus der Bahn werfen. Je weiter fortgeschritten ein Burnout-Syndrom ist, desto geringer sind die Aussichten, ohne professionelle Unterstützung wieder herauszufinden. Daher ist ein Arztbesuch meist unumgänglich, um die Diagnose Burnout-Syndrom zu stellen und die notwendigen Maßnahmen anzustoßen. In schweren Fällen kann sogar ein Klinikaufenthalt notwendig sein, um die innere Balance wieder herzustellen. Vor allem dann, wenn der Burnout von Depressionen begleitet wird, ist die Konsultation eines Arztes lebenswichtig.

Was unterscheidet das Burnout-Syndrom von einer Depression?

Bestimmte Symptome eines Burnouts sind denen einer Depression ähnlich. Dazu gehören verringerte Leistungsfähigkeit, Niedergeschlagenheit und starke Erschöpfung. Ein Unterschied besteht darin, dass es einem Burnout-Betroffenen besser geht, wenn die verursachende Belastung - etwa hoher Leistungsdruck bei der Arbeit, ob vom Arbeitgeber verlangt oder aufgrund der eigenen hohen Ansprüche erzeugt - wegfällt. Während das Burnout-Syndrom oft an eine bestimmte Situation des Lebens, insbesondere die Arbeitssituation gebunden ist, betrifft eine Depression häufig alle Lebensbereiche, sodass in diesem Sinn keine Entlastungsmöglichkeit besteht. Häufig bleiben die wahren Ursachen einer Depression unbekannt.

Typische Symptome für eine Depression sind Hoffnungslosigkeit und Selbsttötungsgedanken, die nicht als typische Burnout-Beschwerden betrachtet werden. Daher verbirgt sich nicht hinter jedem Burnout eine Depressions-Erkrankung. Allerdings können Burnout-Symptome das Risiko steigern, dass jemand eine Depression bekommt.

Gerade weil sich die Beschwerden von Burnout und Depression ähnlich sind, sollte keine voreilige (Eigen)Diagnose erfolgen, denn diese könnte falsche Maßnahmen zur Folge haben. Es wäre beispielsweise ein Fehler, einem an einer Depression erkrankten Menschen eine berufliche Auszeit oder einen längeren Urlaub zu empfehlen. Für jemanden, der nur aufgrund seiner Berufstätigkeit erschöpft ist, kann dies eine Möglichkeit zur Erholung sein. Ein Mensch mit Depressionen benötigt andere Hilfen, zum Beispiel eine Psychotherapie oder eine Behandlung mit Medikamenten. Daher ist es unbedingt empfehlenswert, eine qualifizierte ärztliche Diagnose stellen zu lassen.

Auch wenn der Begriff „Burnout-Syndrom“ streng genommen nur für berufliche Überlastungen verwendet wird, zeigen sich gerade in der Corona-Zeit auch außerhalb des Berufs bei vielen Menschen – speziell Eltern - Symptome, die auf einen Burnout hinweisen. Die Mehrfachbelastung von permanenter Kinderbetreuung, Homeschooling und Home-Office hinterlässt ihre Spuren. Wer in dieser Situation an seine körperlichen und seelischen Grenzen stößt, sollte sich unbedingt ärztliche Unterstützung holen. Außerdem möchten wir an dieser Stelle auf das „Corona Steuerhilfegesetz“ hinweisen, das in seiner Erstfassung vom 27. März und Neufassung vom 27. Mai 2020 auch die Leistungen für Sorgeberechtigte (also Eltern und Pflegeeltern) regelt, die während der behördlich angeordneten Kita- oder Schulschließungen ihre Kinder betreuen müssen und deshalb einen Verdienstausfall haben. Hier findest du Informationen dazu:

Link zum Artikel des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB), veröffentlicht am 3.6.2020: https://www.dgb.de/themen/++co++18c1da2a-69d0-11ea-ad58-52540088cada


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Mangold war aufgrund seiner imposanten Erscheinung und seiner Farbenpracht bereits in der Antike eine beliebte Zierpflanze. Während die Blätter meist grün sind, leuchten die Stiele und Blattadern – je nach Sorte – in strahlendem Gelb, Orange, Rot oder Purpur. Diese Buntheit beruht auf den Betalainen, die neben Anthocyanen (blau) und Carotinoiden (gelb-orange) zu den pflanzlichen Farbstoffen zählen. Im Mangold sind alle drei Farbstoffgruppen vertreten. Das Blattgemüse wurde auch von den alten Römern und Griechen als Lebensmittel und Heilmittel sehr geschätzt.

Eine Studie an einer iranischen Universität hat ergeben, dass sich Lebensmittel, die Betalaine enthalten, gut als ergänzende Therapie bei Leiden eignen, die mit oxidativem Stress, Entzündungen und Fettstoffwechselstörungen in Zusammenhang stehen. Dazu zählen u. a. Arteriosklerose, Bluthochdruck und Krebs.

Die tiefgrüne Farbe der Mangoldblätter basiert hingegen auf dem Farbstoff Chlorophyll. Das sogenannte Blattgrün sorgt in Pflanzen unter anderem dafür, dass die Lichtenergie des Sonnenlichts absorbiert wird. Zahlreiche Studien haben gezeigt, dass Chlorophyll der menschlichen Leber bei der Entgiftung hilft, Infektionen entgegenwirkt, die Verdauung vorantreibt, zur Gewichtskontrolle beiträgt, die Haut schützt, Entzündungen lindert und sogar das Krebsrisiko senkt.

Mangold besteht zu 90 Prozent aus Wasser, enthält quasi gar kein Fett, wenig Zucker und bringt es daher nur auf 25 Kilokalorien pro 100 Gramm. Im Mangold stecken mehr Ballaststoffe als in den meisten anderen Blattgemüsen, womit er den Darm unterstützt und zu einer gesunden Verdauung beiträgt.

Mangold zählt im Hinblick auf seinen Gehalt an Mikronährstoffen (Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen) neben Brokkoli und Spinat zu den gesündesten Gemüsearten der Welt. Vor allem die Vitamingehalte im Mangold sind beachtlich. So reichen schon 17 Gramm frischer Mangold, um den offiziell angegebenen Tagesbedarf an Vitamin K komplett zu decken. Darüber hinaus ist der Mangold überaus reich an Betacarotin, einer Vorstufe des Vitamin A, welche wichtig ist für die Augen und das Nervensystem.

Leider ist Blattgemüse aus konventionellem Anbau häufig stark mit Pestizidrückständen belastet. Mangold aus Bio-Anbau ist daher empfehlenswert. Freilandware erhält man bei uns zwischen Juni und August. Abhängig von Region und Klima wächst der Mangold jedoch auch schon im Mai bzw. bis in den September/Oktober hinein.

Wie Spinat wird Mangold meist gegart, also blanchiert, gedünstet oder gekocht. Die Stiele lassen sich auch gut anbraten. Verarbeitet man sie zusammen mit den Blättern, empfiehlt es sich, die Stiele etwas länger zu kochen und die Blätter erst gegen Ende der Garzeit zuzugeben. Leider gehen die leuchtenden Farben der Mangold-Stiele und Blattadern beim Kochen verloren und werden unansehnlich braun. Außerdem werden beim Erhitzen Vitamine und sekundäre Pflanzenstoffe zerstört oder landen im Kochwasser. Möchtest du in den Genuss aller ihrer Vitalstoffe kommen, isst du junge Mangoldblätter einfach roh als Salat. Besonders gut lässt sich Mangold mit Chicoree kombinieren. Ein Rezept für ein leckeres Mangold-Tomaten-Gemüse findest du auf unserem Ernährungskärtchen Nr. 83.